„Bereiten Sie einen Antrag vor“

Minister verspricht finanzielle Unterstützung für Hochwasserschutz ab 2016

+
Sachsen-Anhalts Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Hermann Onko Aeikens, hörte den „Tangerwichteln“ zu.

Demker. Sieben Millionen Euro später ertönte gestern ein Lied auf jenem Bauwerk, das künftig Wassermassen von den zwei nahen und allen weiteren Orten im Hinterland fernhalten soll: „Einen Deich hat jetzt Demker, das ist wunderschön.

Nun hat Weißewarte leider das Problem“, sangen die Mädchen und Jungen, die die Kindertagesstätte „Tangerwichtel“ in Demker besuchen. Ort für das Hochwasserlied, welches auch Worte der Dankbarkeit mit sich brachte, war der neue, nun komplette Deich zwischen Demker und Elversdorf. Empfänger der ge-sungenen Botschaft: Sachsen-Anhalts Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Hermann Onko Aeikens.

Dieser versprach, weitere Hebel in Bewegung zu setzen, sodass der Hochwasserschutz im Land einen höheren Stellenwert bekommt. Überflutungsflächen sollen geschaffen, die Übertragung von Land aus privater Hand an das Land rechtlich einfacher werden.

Andreas Brohm, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte, sprach den Aufbau der Wasserwehr an. Aeikens will durchsetzen, dass 20 Millionen Euro im Haushalt des Landes reserviert werden, die in ein Hochwasserschutzprogramm fließen sollen, von denen auch die Wehr in Form von Ausrüstung profitieren könnte. „Bereiten Sie einen Antrag vor“, so der Appell des Ministers an den Bürgermeister.

Drei Hürden blieben für die Großgemeinde. Zum einen wäre das ein Eigenanteil von 20 Prozent, der eine finanzielle Rolle bei Neubeschaffungen spielen würde. Zum anderen sind es „bis zu 80 Prozent“, die das Land in Sachen Hochwasserschutz fördere, was mehr Eigenmittel für die Antragssteller bedeutet. Zudem wird es eine Prioritätenliste geben. Auf dieser hofft Detlef Radke, Ortsbürgermeister von Weißewarte und Mitglied des Landtages (CDU), mit Maßnahmen zum Hochwasserschutz im Bereich seines Heimatortes weit oben zu stehen. Ihm sei bewusst, dass man an die gesamte Region im Katastrophenfall denken müsse, er möchte das Risiko für Weißewarte allerdings zügig minimiert sehen. Radke dankte noch einmal einer Tangerhütter Baufirma für den schnellen Einsatz beim Bau von Notdeichen nach der Flut im Jahr 2013.

Mehrere Firmen aus der Region waren über Jahre, unterbrochen von Fluten, damit beschäftigt, den besagten Deich zu bauen. Sie sponserten einen Gedenkstein, der an die Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) erinnert. Aber auch die Unterstützung erfahrener Einwohner hob der ehemalige Wehrchef Eckhard Schulz hervor, welcher zusammen mit Ortsbürgermeisterin Petra Fischer der gestrigen Deich-Freigabe beiwohnte.

Von Alexander Postolache

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare