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Widerstand gegen Windpark

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Von: Christian Wohlt

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Mehrere Windräder stehen vor strahlend blauem Himmel auf einer bewaldeten Anhöhe.
Die Erweiterung des Windparks Mahlwinkel hinein in die Gemarkung Cobbel ist umstritten. Und so erregte das Bauvorhaben auch wieder die Gemüter im Tangerhütter Stadtrat. Bürgermeister Andreas Brohm wirbt für die Erweiterung, denn sie würde dringend benötigtes Geld in die Stadtkasse spülen. © ct-press (Christian Wohlt)

Geballte Bürgerpräsenz auf der jüngsten Tangerhütter Stadtratssitzung. Einwohner aus Cobbel machten ihrem Unmut gegen die geplante Erweiterung des Windparks im benachbarten Mahlwinkel Luft. Der soll bis auf die Gemarkung der Einheitsgemeinde Tangerhütte wachsen. Dort, auf Cobbeler Grund, sollen dann zwei neue Anlagen entstehen. Das Thema wird seit Monaten heiß diskutiert.

Eine ältere Frau mit grauen Haaren und schwarz-weißem Ringelpullover spricht in ein Mikrofon.
Dietlind Papenbroock hat inzwischen 95 Unterschriften gesammelt. © ct-press (Christian Wohlt)

Tangerhütte – Einheitsgemeindebürgermeister Andreas Brohm (parteilos) wirbt für das Projekt, würde es doch dringend benötigtes Geld in die klamme Haushaltskasse spülen. Aktuell gibt es bereits 34 Windkraftanlagen vor Ort. Rund 1,2 Millionen Euro an Konzessionsabgaben würden laut Stadtoberhaupt durch die beiden neuen Anlagen über eine Laufzeit von 20 Jahren in die Kasse der Einheitsgemeinde Tangerhütte fließen. Zusätzlich habe sich der Projektträger für eine Vergütung von jährlich 2000 Euro pro Anlage bereit erklärt. Der Ortschaftsrat Cobbel hatte dem Vorhaben schon vor geraumer Zeit zugestimmt. Bürger des Dorfes ziehen nun zu Felde. Dietlind Papenbroock präsentierte bereits in der vorigen Stadtratssitzung eine Liste mit Unterschriften von 95 Bürgern, die sich dagegen ausgesprochen haben. Heidemarie Schwieger, stellvertretende Ortsbürgermeisterin, hielt dagegen, dass dies nicht die Meinung der Mehrheit der Bürger repräsentiere. „Es braucht keine neuen Windräder“, so Edda Ahrberg. Die Altmark sei schon jetzt klimaneutral, so ihr Argument. Reinhard Schleef glaubt nicht daran, dass es bei zwei Anlagen bleiben wird. Es sei schon viel versprochen, aber nichts gehalten worden, sagte er.

Ein älterer Mann mit wenig Haaren und schwarz-weißem Ringelpullover spricht in ein Mikrofon.
Reinhard Schleef glaubt nicht daran, dass es bei zwei Anlagen bleibt. © ct-press (Christian Wohlt)

Ebenso geteilt sind die Meinungen bei den Stadträten. Für Rita Platte (Wählergemeinschaft Altmark-Elbe) ist „Windenergie eine schlimme Sache“, weil sie in den ländlichen Raum gebaut werde. „Ich habe nichts dagegen“, beteuert Daniel Wegener (Wählergemeinschaft Zukunft). Allerdings gehörten seiner Meinung nach solche Anlagen nicht in die Nähe von Siedlungen. Mindestens 2000 Meter Abstand, wie vom Stadtrat gefordert, sollten es sein. Marcus Graubner (CDU) steht der Sache hingegen aufgeschlossen gegenüber. Die Einnahmen für die Einheitsgemeinde sind für ihn das Argument.

Eine ältere Frau mit grauen Haaren und grauem Pullover spricht in ein Mikrofon.
Edda Ahrberg meint, weitere Windkraftanlagen seien nicht nötig. © ct-press (Christian Wohlt)

Das Gremium konnte sich wieder nicht auf einen Beschluss einigen. Und so wurde das Thema erneut vertagt. Vor der nächsten Befassung sollten im Bauausschuss noch einmal die neuesten gesetzlichen Regelungen dazu vorgestellt werden. Edith Braun (Wählergemeinschaft Lüderitz) stellte eine grundsätzliche Forderung auf. „Wir brauchen einen Flächennutzungsplan“, sagte sie. Dann würden sich solche Diskussionen über einzelne Projekte erübrigen.

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