Verbindung Ferchland-Grieben

Tangerhütte: Fähre sticht bald wieder in See

Eine große Tafel am Straßenrand weist in lustigen Worten auf den in Kürze beginnenden Betrieb einer Fähre hin.
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Dieses Schild an der Zufahrt verkündet: Ab 1. September soll die Fähre wieder übersetzen.
  • Christian Wohlt
    VonChristian Wohlt
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Es geht wieder los: Ab 1. September soll die Fähre Ferchland-Grieben wieder ihren Betrieb aufnehmen. Das verkündet zumindest ein Schild an der Zufahrt zum Anleger in Grieben.

Noch immer verirren sich Autofahrer an den stillgelegten Fähranleger und müssen unverrichteter Dinge wieder umkehren.

Tangerhütte – Als Autor der fröhlichen Botschaft ist angegeben: NJL. Dahinter verbirgt sich die Nahverkehrsgesellschaft Jerichower Land, die die wichtige Verbindung zwischen den Landkreisen Stendal und Jerichower Land künftig betreibt. Am kommenden Montag sollen Einzelheiten bekannt gegeben werden. Dem Vernehmen nach wird das Fährschiff vorerst weiter mit Motorkraft übersetzen. Für einen geplanten Betrieb per Gierseil muss der Anleger umgebaut werden. Die Kosten dafür in Höhe von rund einer Dreiviertelmillion Euro sollen zum Großteil über Fördermittel aufgebracht werden. Diese Finanzierung ist aber noch nicht abschließend geklärt. Wie es heißt, müssen das Fährschiff und seine Besatzung in diesem Jahr noch eine bestimmte Anzahl an Betriebsstunden erbringen, damit die Lizenz nicht verfällt. Die Fährverbindung zwischen Ferchland und Grieben ist als landesweit bedeutsam eingestuft. Sie wird als die kürzeste Verbindung zwischen dem südlichen Landkreis Stendal und dem Jerichower Land von vielen Pendlern und in der Saison von Touristen genutzt. Dennoch wurde sie im Juni vergangenen Jahres überraschend eingestellt. Betreiber war bis dahin die Gemeinde Elbe-Parey, die sich unter dubiosen Begründungen dieses Kostenfaktors entledigte.

Bis hierher und nicht weiter, aber nur noch für kurze Zeit.

Nach heftigen Bürgerprotesten setzten sich Vertreter der anliegenden Gemeinden Elbe-Parey, Tangermünde, Jerichow und Tangerhütte sowie des Landkreises Stendal und des Altmarkkreises dann doch noch an einen Tisch, um den Betrieb wieder aufzunehmen. Offenbar mit Erfolg. Als Betreiber konnte schließlich die Nahverkehrsgesellschaft Jerichower Land gewonnen werden. Deren Mitarbeiter wurden inzwischen geschult, um flexibel als Busfahrer und Fährführer eingesetzt werden zu können. Und: Alle beteiligten Kommunen tragen künftig zum Defizitausgleich bei.

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