25 Jahre Protest gegen Bundeswehr

314. Friedensweg für eine zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide

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Die Teilnehmer trafen sich zwischen Lüderitz und Dolle. Die Polizei war auch vor Ort.

Dolle/Altmark – Rund 50 Demonstranten trafen sich am Sonnabend an B189 bei Dolle zum 314. Friedensweg für die zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide.

Auf einer Kundgebung wandten sich die Friedensaktivisten nicht nur gegen den Bau der Übungsstadt „Schnöggersburg“ auf dem Truppenübungsplatz, sondern warnten auch vor neuem Wettrüsten nach Kündigung des Abrüstungsvertrages INF durch die USA.

Rund 50 Teilnehmer trafen sich zum 314. Friedensweg für eine zivile Heide.

Der Protest hatte diesmal einen besonderen Hintergrund. Vor 25 Jahren, am 11. August 1994, nahm die Bundeswehr das zuvor von der sowjetischen Armee genutzte Gebiet in Besitz. Schon damals stellten sich ihnen Vertreter der Bürgerinitiative „Offen(e) Heid(e) in den Weg. Drei von ihnen, Erika Drees aus Stendal, Regina Blenkle und Rudolf Pasemann (beide Haldensleben) wurden wegen Nötigung belangt, erinnert sich Helmut Adolf, der ebenfalls dabei war. Immer wieder kamen die Demonstranten seitdem mit den Hausherren in Konflikt.

Entsprechend argwöhnisch verfolgten Polizei, Bundeswehr und Sicherheitsdienst das Geschehen. Die Aktion am Sonnabend verlief ohne Zwischenfälle. Am Sonntag wollten einige Teilnehmer trotz offiziellen Verbotes, der Schnöggersburg-Baustelle einen Besuch abstatten.

Seit 1936 ist die Heide Test- und Übungsgebiet, zunächst für die Deutsche Wehrmacht, später für die Sowjetarmee. Dann zog die Bundeswehr ein. Anfang der 1990er Jahre formierte sich eine breite Bürgerbewegung für eine zivile Heide. Auch der Landtag Sachsen-Anhalts stimmte dafür.

Am 24. Januar 1997 wurde, der so genannte Heidekompromiss geschlossen, der die weitere militärische Nutzung unter Auflagen erlaubt. Die Bundeswehr errichtete das modernste Gefechtsübungszentrum Europas, in dem Auslandseinsätze trainiert werden.

Seit 1993 treffen sich die Verfechter einer zivilen Heide an jedem ersten Wochenende im Monat zum Friedensweg. Der nächste Friedensweg startet am 1. September, dem 80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen. Der Friedenweg beginnt um 14 Uhr in Neuenhofe.

VON CHRISTIAN WOHLT 

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