Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen im Landkreis Stendal weit über dem Bundesdurchschnitt

Zwölf Prozent der Jugend ohne Job

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Obwohl es in Deutschland schwierig ist, mit Anfang 20 ohne Job zu sein, liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 12,2 Prozent.

zds Stendal. Mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 12,2 Prozent lag der Landkreis Stendal 2014 weit über dem Bundesdurchschnitt (5,7 Prozent). Berücksichtigt wurden die Erwerbslosen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren.

Der EU-weite Durchschnitt liegt bei über 20 Prozent, Griechenland und Spanien erreichen fast 50 Prozent.

In Deutschland, da sind sich Bildungs- und Sozialwissenschaftler einig, sei es schwierig, im Alter von Anfang 20 arbeitslos zu sein. Denn wer die Bundesagentur für Arbeit aufsucht, bekommt in der Regel eine Maßnahme und taucht deshalb nicht in der Arbeitslosenstatistik auf. Dennoch rutschen einige durchs Netz. In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Quoten im Landkreis Stendal folgendermaßen entwickelt: Im Jahr 2009 waren noch 16,1 Prozent der unter 25-Jährigen arbeitslos gemeldet, geht aus den Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor. Im Jahr 2014 lag die Quote nun 3,9 Punkte niedriger bei 12,2 Prozent.

Eine Art Mogelpackung sehen hingegen Kritiker in der europaweit guten Quote Deutschlands. Viele junge Erwachsene, die sich im sogenannten Übergangssystem befinden, würden nicht automatisch den Jobeinstieg schaffen. Vor allem da es sich meist um Jugendliche aus weniger privilegierten Familien handelt, die Probleme bei der Berufswahl und Ausbildungsplatzsuche haben. Nur zum Vergleich: Im Jahr 2011 befanden sich deutschlandweit rund 320 000 junge Menschen in einer Übergangsmaßnahme zwischen Schule und Beruf und wurden damit nicht als arbeitslos gezählt. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten unter 25-Jährigen lag demgegenüber bei knapp 300 000. In anderen europäischen Ländern gibt es diese schulischen Auffangmöglichkeiten nicht, die Arbeitslosenquoten liegen dementsprechend viel höher.

Als Erfolgsmodell wird EU-weit die Qualität des dualen Ausbildungssystems gesehen. Vom praktischen Erlernen des Berufs im Betrieb und der Vermittlung der Theorie in den Berufsschulen profitieren letztlich beide Seiten: Der Betrieb, der eine zukünftige Fachkraft passgenau qualifiziert, und der Azubi, der hohe Chancen auf einen festen Job hat. Doch längst nicht alles läuft rund in Deutschlands Bildungssystem. So wird zunehmend die mangelnde Reife und Qualifikation der potenziellen Lehrlinge bemängelt.

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