Thüringer Kleinkunst in der Kirche: Lucie und Karl-Heinz lernen Toleranz / Theater nicht allein für Kinder

Zwei wie Schwein und Katze

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Astrid Bank und Frank Möller lassen Lucie und Karl-Heinz die Marotten des anderen vergessen. Die Bühne der Theaterwerkstatt steht für diesen Nachmittag in der Staatser Kirche.

Staats. Zwei komische Figuren wandern ein. Beide tragen sie Koffer, pfeifen und finden Gefallen an einem Bus oder auch Haus, je nach Fantasie. Als sie einander wahrnehmen, folgen böse Blicke. Jeder will das potenzielle neue Heim für sich allein.

Es geht jetzt darum, ob es sich nun um ein Bushaus handelt oder doch mehr um einen Hausbus. Doch mehr und mehr finden die doch ach so unterschiedlichen Fremden zueinander. Astrid Bank und Frank Möller gehen in ihren Rollen auf. Ihr Spiel in spannend spartanischer Kulisse ist amüsant, ohne albern zu sein. Ihre Texte sind geistreich und dennoch für alle verständlich. Der Verein „3 K – Kunst, Kultur und Kommunikation“ ist in Staats gut bekannt. Vor einiger Zeit sorgte eine skurrile Feuerwehrtruppe im Pfarrhof für Unterhaltung. An diesem Sonnabend findet der Höhepunkt des Gemeindefestes in der Kirche statt. Das Stück der „Theaterwerkstatt“ heißt „Lucie & Karl-Heinz. “.

Karl-Heinz ist ein Schwein, das im Wald wohnt und sehr einsam ist. Lucie, eine Katze, hat sich zwischen den Bäumen verloren und ist auch so nicht sonderlich glücklich. Sie findet beim Eigenbrötler Unterkunft. Bank und Möller geben den beiden kunterbunten Puppen, die in etwa so groß sind wie Sofakissen, immer mehr Raum. Die Botschaft bleibt dabei immer dieselbe: Jeder hat so seine Marotten. Doch Schwierigkeiten im Zusammenleben lassen sich lösen. Das Zauberwort heißt: Toleranz. Lucie, die Katze, ist eine echte Frühaufsteherin und eine kleine Putzmaus. Als sie ungefragt den alten Wecker entsorgt, ist der Gastgeber sehr, sehr traurig. Doch irgendwie finden Lucie und Karl-Heinz doch zueinander, mögen sie auch noch so verschieden sein.

Das Stück des 3-K-Theaters aus dem thüringischen Mühlhausen fesselt nicht nur die Kinder, für die es in erster Linie gedacht ist. Ein gelungener Auftritt innerhalb des 16. Kleinkunstfestivals „Grenzgänger“, das Kultur in kleine Orte bringen soll. In diesem Fall: Eine Kulturförderung, die ankommt.

Von Marco Hertzfeld

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