Glücksboten bevorzugen Leuchttafel

Zwei Rauchschwalbenpärchen nisten an der Musik- und Kunstschule Stendal

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Eifrig versorgt die Schwalbenmutter ihre fünf Gelbschnäbel mit Nahrung.

Stendal – Musik hat erwiesenermaßen eine beruhigende Wirkung auf den Menschen.

Doch ist der nicht die einzige Spezies, die auf harmonische Klänge anspringt: Auch auf Gefieder scheinen die Töne, die täglich aus der Stendaler Musik und Kunstschule schallen, eine besondere Anziehungskraft zu haben. Seit ein paar Jahren nisten dort nämlich Rauchschwalben.

Die Tiere bauen ihr Nest im Torweg der Schule, sodass im Eingangsbereich reger Flugverkehr herrscht. Schulleiterin Maike Schymalla nimmt die tierische Invasion mitsamt der Hinterlassenschaften gelassen. „Immer wieder sehen wir Eltern und Kinder, die begeistert in die Höhe zum Schwalbennest schauen und sich am lebendigen Eingangsbereich erfreuen“, berichtet sie der AZ. Dennoch musste das Team der Stendaler Kultureinrichtung im vergangenen Jahr eingreifen, als die Schwalben auf dem Notausgangs-Schild nisteten. Zwei Nisthilfen sollten des Rätsels Lösung sein, denn verscheuchen wollte man das Federvieh nicht. Doch angenommen haben die Tiere die Nist-Alternative nicht. Denn auch heute noch brüten sie auf den grünen Leuchttafeln, die ihnen sichtlich besser gefallen.

Eines der beiden Nester steht bereits leer, die Familie ist offenbar ausgeflogen. Im zweiten warten fünf hungrige Gelbschnäbel auf Nahrung, die ihre eifrige Mutter dem Eindruck nach rund um die Uhr herbeischafft. Für ihre Tierfreundlichkeit wurde die Musik- und Kunstschule nun belohnt: „In diesem Jahr sind wir durch den NABU Sachsen-Anhalt als ‘schwalbenfreundliche Unterkunft’ klassifiziert worden“, erzählt Schymalla stolz.

Der Naturschutzbund schreibt dazu: „Wie wir aus den Unterlagen entnehmen konnten, hat Ihre Schule zu den fliegenden Glücksboten eine besondere Bindung.“ Durch die Duldung und Förderung des Schwalbenpaares zeige die Schule beispielgebend Verständnis und Toleranz gegenüber den immer seltener werdenden Gebäudebrütern, teilt der Verein Schymalla mit.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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