Auflage des Kreis-Bauordnungsamtes überrascht Scheunenfest-Veranstalter: Fichten-Türen seit gestern einsatzbereit

Zwei neue Fluchtwege für Goldbecks Party-Scheune

+
Goldbecks Scheunentanz ist gesichert: Horst Stratschka aus Klein Schwechten hat ehrenamtlich Hand angelegt und am imposanten Backsteinbau zwei neuen Fluchttüren installiert.

tje Goldbeck. Die rustikalen Tanzqualitäten der Goldbecker Scheune im Vier-Seiten-Hof an der Alten Dorfstraße weiß das Partyvolk der Region längst zu schätzen. Und auch die Kult-Folker von „Nobody Knows“ sind nicht die Ersten, die am Sonnabend, 13.

Juli, zur kollektiven Körperzappelei animieren. Denn nicht zuletzt machte das Objekt schon zweimal auch überregional von sich reden, als es 2011 und 2012 der Mitaustragungsort des Goldbecker Plum-Mus-Fests war.

Und so überraschte es Vier-Seiten-Hof-Aktivist Peter Schulz dann doch ein bisschen, als ihm als Mitveranstalter des Scheunentanzes das Bauordnungsamt des Landkreises vor etwa einer Woche eine handfeste Auflage erteilte. Die Schiebetüren der Scheune würden als Fluchtwege nicht ausreichen, sei dem Hof-Eigentümer amtlich bescheinigt worden. Schulz handelte sofort, zumal der Auftrittstermin der altmärkischen Promi-Band immer näher rückte. Und fachkundige Unterstützung nahte sodann aus dem Nachbardorf Klein Schwechten heran. Mit Bohrmaschine, Kreissäge und allerlei anderem technischem Equipment sowie einer ordentlichen Fuhre Fichtenholz legte sich alsbald Horst Stratschka ins Zeug. Der 69-jährige Tischler im Rentenstand ging mit vollem Elan ehrenamtlich zu Werke und vollendete seinen Einsatz gestern Mittag. Goldbecks Party-Scheune hat nun zwei zusätzliche Scheunen-Türen, die sich dank passender Historik-Beschläge wie angegossen ins Ambiente des imposanten Backsteingebäudes fügen.

In das Objekt hat sich der vor einem Jahr in Goldbeck gegründete „Verein zum Erhalt und zur Pflege des Altmärkischen Brauchtums“ (VAB) langfristig eingemietet. Das Gremium unter Vorsitz von Dr. Wolfgang Haacker will die Traditionen der Menschen der Region beleben. Dem jungen Brauchtumsverein gehören als Vize-Vorsitzender Michael Dihlmann, als Schatzmeister Karsten Rottstädt, als Schriftführerin Ellen Striecks, als weitere Gründungsmitglieder Hofeigner-Sohn Steffen Schulz sowie dessen Vater Peter (Beisitzer), Klaus Erich Ruppelt, Eike Trumpf, Dr. Gerd Heckenberger und Torsten Dobberkau an.

Derweil plant der VAB die weitere Instandsetzung des Vier-Seiten-Hofs, der den dorfgemeinschaftshauslosen Goldbeckern einen Versammlungsort bietet. So soll das Dach des Fachwerkhauses mit Fördergeld aus dem Leader-Programm ein neues Dach bekommen. Schulz und Mitstreiter hoffen, den nötigen Eigenanteil zu stemmen. Derweil laufen die Vorbereitungen für das dritte Plum-Mus-Fest auf Hochtouren. Es wird am 21. September gefeiert – Nobody Knows sind auch dabei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare