Drei Bürgermeisterkandidaten in Goldbeck

Trio will in Dobberkaus Fußstapfen

Jürgen Lenski (von links), Marion Eggert-Köppe, Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau und Christian Masche.
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Drei-Bürgermeister-Bewerber-Goldbeck-19-02-2021-Sporthalle
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Goldbeck – Den ersten und einzigen Sonderbeifall des Abends, an dem sich Goldbecks Bürgermeisterbewerber-Trio mehr als 60 Damen und Herren präsentiert hat, erntet der abgedankte Ex-Amtsinhaber.

Als Torsten Dobberkau, der Ende November nach insgesamt zehnjähriger Dienstzeit gesundheitsbedingt zurücktrat, eine Viertelstunde nach Beginn der Kandidatenstunde in der frisch sanierten Sporthalle Platz nimmt, nutzt die einzige Frau der dreiköpfigen Anwärtergilde die Gelegenheit, den 57-Jährigen ganz persönlich in der Runde willkommen zu heißen. „Ich begrüße Herrn Dobberkau“, ruft Marion Eggert-Köppe (48) dem in der letzten Reihe sitzenden Goldbecker zu – worauf das Publikum die Köpfe dreht und spontan applaudiert.

Ex-Oberhaupt

hat schon gewählt

„Ich habe schon meinen Favoriten “, will Dobberkau am Ende der gut einstündigen Fragerunde der AZ aber nicht verraten, für welchen Bewerber er am 28. Februar ankreuzen werde. Es handele sich aber um einen männlichen Kandidaten, fügt er hinzu.

Die Kandidatenvorstellung ist erneut von Arneburg-Goldbecks Verbandsgemeinde-Bürgermeister moderiert worden, wie dies René Schernikau (parteilos) auch schon im September 2017 getan hatte. Damals gab es vier Bewerber. Nach dem mit 602 Stimmen (73 Prozent) wiedergewählten Dobberkau landete Eggert-Köppe mit 115 Stimmen (13,9 %) auf dem zweiten Platz.

Um den Platz auf dem Chefsessel der Gemeinde buhlen neben der 48-jährigen Steuerfachangestellten mit Jürgen Lenski (71) aus Eichstedt und Christian Masche (48) aus Petersmark ein Pensionär und ein wegen Corona gekündigter Groß- und Außenhandelskaufmann.

Gekündigt

wegen Corona

Während letzterer ganz Goldbeck „voranbringen“ sowie „ansprechbar, ohne sich wegzuducken“ sein wolle, definiere Lenski, der ein gebürtiger Rheinländer ist, die Rolle des Bürgermeisters zuallererst als die eines „Mittlers“. Dem Wahlaltmärker, der Vorsitzender der Altmärkischen Bürgerstiftung ist sowie im Stendaler Migrantenverein und bei den Freunde und Förderern des Theaters der Altmark mitwirkt, schwebe vor, dass die Verbandsgemeinde eine Sozialarbeiterin einstellen könne.

So könne die Jugend künftig besser unterstützt werden, zumal es auch in der Gemeinde Goldbeck an einem „Jugendtreff“ fehle. „Was vorhanden ist, soll gerechter verteilt werden“, hat sich dagegen sein Kontrahent aus Petersmark ins persönliche Aufgabenheft geschrieben.

„Werde mich

krumm legen“

Und als der Moderator kurz vor 20 Uhr von jedem einzelnen Bewerber wissen will, für welchen Kandidaten die rund 1000 Wahlberechtigten aus Goldbeck, Bertkow, Möllendorf, Plätz und Petersmark stimmen sollen, ist entsprechend einer zuvor ausgelosten Reihenfolge Amtsanwärter Masche als erster dran. Wenn er in Dobberkaus Fußstapfen trete, werde Goldbeck auf dem bereits eingeschlagenen Weg „weiter gut vorankommen“, sagt er.

„Digital und klimaneutral“

„Ich werde mich krummlegen“, und „ich liebe meinen Heimatort von ganzem Herzen“, bringt Eggert-Köppe eine Portion Emotion ins Spiel. Mitbewerber Lenski hat Großes im Blick, da es seine Vision sei, die Gemeinde Goldbeck in sieben Jahren Amtszeit „digital und klimaneutral“ zu gestalten. Außerdem garantiere er, da er nicht „von hier“ komme, den „frischen Blick von außen“, lauten dann die letzten Bewerberworte des Abends.

Das finale Lob adressiert schließlich Verbandsgemeinde-Bürgermeister Schernikau. „Meinen herzlichen Dank“, verabschiedet er das Publikum, schließlich sei dies „so diszipliniert“ gewesen – beim Tragen der Pandemiemasken.

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