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Zwei Vereine für die Altmark: Strategien fast identisch

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Von: Lisa Maria Krause

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Der Auswahlprozess läuft, die Beteiligten rotieren: Während das Landesfinanzministerium noch die Leader-Strategien prüfen lässt, bereitet Karsten Rottstädt, Vorsitzender von „Mittlere Altmark“, die Förderperiode vor. © Frank Schumann

Karsten Rottstädt, Vereinsvorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Mittlere Altmark“, sieht es als nicht notwendig an, dass der Verein im Register eingetragen ist, um die Leader-Förderung zu erhalten. Der Vorstand stellt bereits erste Projekte vor, die ab der im kommenden Jahr beginnenden Förderperiode umgesetzt werden sollen.

Stendal - Es könnte bis Ende 2022 dauern, bis endgültig feststeht, welche LAG aus Sachsen-Anhalt die Gelder aus mehreren Töpfen erhalten, teilt das Landesfinanzministerium der AZ mit.

Ein externer Gutachter prüft zurzeit die von den neuen Leader-Vereinen eingerechten Lokalen Entwicklungsstrategien (LES), wie Nancy Eggeling, Pressesprecherin des Ministeriums, informiert. Ein zeitweiliges Expertengremium soll dann über die mögliche Auswahl der vorliegenden Wettbewerbsbeiträge entscheiden. Zeit hat dieser Ausschuss dafür bis spätestens zum 31. Dezember. Eine formelle Genehmigung werde die EU-Verwaltungsbehörden vornehmen. Eine AZ-Anfrage läuft, ob die Eintragung der LAG in das Register eine Voraussetzung für die Genehmigung ist.

In ihrer Strategie wird die „Mittlere Altmark“ als e.V.i.G., also eingetragener Verein in Gründung, geführt. Das sei aber nicht relevant, der Verein werde irgendwann eingetragen, versichert Rottstädt. Es habe Beschwerden beim Stendaler Registergericht gegeben, die aber zurückgewiesen worden wären.

Das Gericht selbst würde sich dazu nicht äußern, erklärt Dr. Michael Steenbuck, Pressesprecher der Stendaler Gerichte, der AZ. Eine Eintragung sei aber notwendig, um den Verein als juristische Person anzuerkennen, wie es im Leader-Wettbewerbsaufruf gefordert wurde.

Rottstädt bereitet derweil mit seinem Vorstand die kommende Förderperiode vor. Er berichtet von einer weiteren Mitgliederversammlung in Werben, bei der mögliche Projekte wie die Bockwindmühle besichtigt wurden. Das Treffen sei gut besucht gewesen. Dass die Bürger mit Freude und Interesse kommen würden, sei „schon ein sehr schönes Gefühl“. Im Dezember soll ein weiteres Treffen folgen. Im Internet würden bereits erste Projekte vorgestellt. Der Vorsitzende lobt auch die Mitwirkenden, die in kurzer Zeit nach der Gründung die Entwicklungsstrategie erstellt haben.

Kritik übt er hingegen an der Strategie des anderen Vereins „Altmark Mitte“. Laut Rottstädt stehen auf den Seiten 13 und 14 „Dinge, die sind nicht richtig“. Dort beschreibt „Altmark Mitte“ die Vorbereitung der Gründung und die Beweggründe für die Neugründung. Die ursprüngliche Gründungsversammlung am 22. Juni in Bismark wird dort als „nicht ordnungsgemäß“ beschrieben. Die LES aller Bewerber sind auf der Webseite des Ministeriums veröffentlicht.

Die beiden LES gleichen sich sehr, da das ursprüngliche Papier von LandLeute GbR erstellt wurde. In der Strategie von „Mittlere Altmark“ wird betont, dass keiner der Vereine alleinigen Anspruch darauf habe. Hingegen wird die Möglichkeit in den Raum gestellt, dass bei zwei identischen Strategien keiner der beiden Vereine den Zuschuss erhält und das Gebiet von insgesamt fünf beteiligten Gemeinden leer ausgehen könnte.

Angebliche Unstimmigkeiten bei der Gründung und Mehrheiten von Interessengruppen waren Argumente für die Gründung von „Altmark Mitte“. Rottstädt dementiert diese Aussagen immer wieder. In der LES von „Mittlere Altmark“ heißt es, dass 42 Prozent der privaten Bürger aus der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck kommen. Dies verdeutliche das Interessenpotenzial und den überdurchschnittlichen Mobilisierungsgrad.

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