„Zwei Jahre gut gegangen“

Neun tote Schafe nach Wolfsangriff bei Uchtdorf

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Neun Tiere sind tot, eines ist schwer verletzt, sieben weitere sind wahrscheinlich in Panik geflohen.

Uchtdorf. „Ich bin pappensatt!“ Der Schock steht Schäfer Joachim Roloff ins Gesicht geschrieben. Neun seiner 85 Tiere liegen Sonntagfrüh tot bei Uchtdorf auf der Weide, ein weiteres ist schwer verletzt, sieben sind verschollen, wohl in Panik in den Wald gerannt.

Es war der Wolf, habe der zuständige Beauftragte bestätigt, wohl sogar mehrere. „Wahrscheinlich hat sich ein neues Rudel gebildet, das jetzt auf Beutezug ist“, mutmaßt der Schäfer. Der Angriff traf ihn nicht unvorbereitet.

Anfang vergangener Woche sei bei Burgstall ein Schaf gerissen worden, am Mittwoch war Isegrim am helllichten Tag erneut in eine Koppel eingedrungen. Daraufhin habe er von der unteren Naturschutzbehörde ein so genanntes Notfallset erhalten, um seine Herde zu schützen, berichtet Roloff. Doch dieser Zaun hielt das schlaue Raubtier nicht ab. „Wir haben gewusst, dass es hier Wölfe gibt“, sagt der Sandbeiendorfer. Daher war seine Weide auch umzäunt. Zwei Jahre lang sei es gut gegangen. Inzwischen hätten es die Tiere aber gelernt, selbst elektrisch geladene Absperrungen zu überwinden. „Sie springen einfach drüber“, weiß der Schäfer.

Für ihn beginnt nun der Behördenweg. Rund 200 Euro Entschädigung erwartet er pro gerissenem Tier. „Alle Schafe waren hochträchtig“, klagt Roloff. Der Schaden durch die toten Lämmer und den Zuchtausfall werde wohl nicht ersetzt. Trotz allem bleibt er erstaunlich sachlich und wettert nicht pauschal gegen den Räuber. „Ich habe nichts gegen Wölfe“, versichert Roloff. Wenn sie sich in Naturparks in geschützter Umgebung entwickeln, sei das ok. Allerdings gibt es für den Schäfer klare Grenzen: „Überall haben die Tiere nichts zu suchen. Das gibt unsere Kulturlandschaft nicht her.“

Von Christian Wohlt

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