Zu den Plänen für seine Amtszeit

Zukünftiger Landrat Patrick Puhlmann: „Nicht nächste Baustelle verschlafen“

Patrick Puhlmann wird in der kommenden Woche zum neuen Landrat des Landkreises Stendal ernannt.
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Patrick Puhlmann wird in der kommenden Woche zum neuen Landrat des Landkreises Stendal ernannt.

Stendal – Bis der Landkreis Stendal einen neuen Landrat bekommt, dauert es noch knapp eine Woche. Am 19. März wird der 36-jährige Patrick Puhlmann (SPD) bei der Kreistagssitzung vereidigt.

Die Altmark Zeitung hat zum Gespräch gebeten, um von seinen Plänen für die siebenjährige Amtszeit zu erfahren. Und nein: Entgegen anders lautender Gerüchte will er nicht den Kommunismus einführen, sagt er schmunzelnd.

Die Landratswahl fand am 10. November statt. Bis Ende Januar war er noch Bereichsleiter der Borghardt-Stiftung, eine Position die Puhlmann fünf Jahre innehatte. Seitdem hat er seine eigentlich freie Zeit genutzt, um sich quasi in Vollzeit auf seinen neuen Job als Landrat vorzubereiten. 100 Termine hat er nach eigenen Angaben bisher wahrgenommen. Dazu gehörten neben Fortbildungen als Vorbereitung auf seine Arbeit auch Treffen, um andere Amtsträger kennenzulernen. „Es fühlt sich schon manchmal nach Arbeit an, aber eben nach einer Arbeit, die ich mir selbst ausgesucht habe. Jetzt freue ich mich darauf“, erklärt Puhlmann.

In der Übergangsphase hatte Puhlmann auch die Gelegenheit viermal den Noch-Landrat Carsten Wuhlfänger zu Terminen zu begleiten. So könne der Amtswechsel möglicherweise einfacher funktionieren. Gerade bei aktuellen Themen, wie der möglichen Schließung des Krankenhauses in Havelberg sei dies von Vorteil. „Die Ziele sind gleich“, gibt Puhlmann in dieser Sache bekannt. Es gehe nicht nur um die Arbeitsplätze, die an dem Standort hängen, sondern auch um die Gesundheitsversorgung in der Region. Trotz aller Vorbereitung werde es sicher noch manchmal ruckeln. „Ruckeln könnte man nur vermeiden, wenn man stehen bleibt“, stellt der zukünftige Landrat fest. „Ein Güterzug ruckelt auch beim Anfahren, der soll aber auch nicht sieben Jahre stehen bleiben.“

Kurzfristig möchte er die Informationswege besser koordinieren. Sowohl zwischen Landkreis und Stadt als auch anderen Institutionen. Es gebe bereits viele Wege, wie Bürgermeisterrunden. Diese sollen auch beibehalten, jedoch auch überprüft werden, ob sie besser organisiert werden können.

Mittel- und langfristig hat Puhlmann sich die Themen Digitalisierung, Nahverkehr und Abfallwirtschaft auf die Fahnen geschrieben.

Besonders beim Nahverkehr sollen Ergebnisse geliefert werden. Bereits in diesem oder im folgenden Jahr soll geklärt werden, wie ein neuer Nahverkehr gestaltet wird. „Das wird dauern. Aber am Ende der sieben Jahre soll ein Ergebnis stehen und nicht ein Modell, wie es aussehen könnte“, setzt Puhlmann klare Ziele.

Auch für die Digitalisierung hat er klare Vorstellungen. Dass an jedem Haus ein Glasfaseranschluss liegt, solle in Zukunft selbstverständlich sein. Es dürfe jedoch nicht die nächste Baustelle verschlafen werden. Ob das autonome Fahren sich durchsetze, sei nicht die Frage. Eher ob es noch ein oder mehrere Jahrzehnte dauert. Dafür wird der Mobilfunkstandard 5G gebraucht. Die neue Autobahn würde den Landkreis auch nicht beleben, wenn die neuen Autos nur auf ihr fahren und nicht auch seine Städte besuchen könnten.

VON STEFAN HARTMANN

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