Auch in der Karlstraße wird nach Überresten der mittelalterlichen Stendaler gegraben / Keramik aus Germanen- und Slavenzeit

Stendal: Zeugnisse aus frühester Besiedlung kommen zutage

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Eine ausgedehnte Ausgrabung ist mittlerweile in der Karlstraße entstanden. Arbeiter des Anhaltischen Fördervereins für Naturkunde und Geschichte holen hier Reste früher Wohnbebauung aus dem Boden.

kah Stendal. Frühe Bebauung der allerersten Stendaler graben Archäologen derzeit an der Karlstraße aus. Rein von den Jahreszeiten, aus denen man dort Funde zutage befördert, kann man durchaus mit den Funden auf dem Stendaler Marktplatz mithalten.

Ein Zahnarzt will direkt gegenüber des Theaters eine neue Praxis aufbauen. Bei den Grabungen für die Fundamente sind Archäologen schnell auf Überreste der Geschichte gestoßen. Grabungsleiterin Ursula Uhl berichtet, dass unter den Funden auch Keramik ist, die sie derzeit auf die späte Germanen- und frühe Slavenzeit datiert – das wäre etwa die Zeit um Karl den Großen, grob das 8. bis 10. Jahrhundert.

Damit würde es sich um sehr frühe Ansiedlungen handeln. Uhl kann mit der Schaufel klare Linien freilegen: scharf abgegrenzte schwarze Konturen auf einem sonst graubraunen Boden, oder kreisrunde sandgelbe Flächen. Die schwarzen Konturen deuten auf organische Materialien wie Holz hin, die sandfarbenen Kreise weisen auf Brunnen hin. Mehrere dieser Brunnen wurden freigelegt, einige aus der Neuzeit, einige aus dem tiefsten Mittelalter.

Die Kosten, die auf den Investor zukommen würden, übernimmt die Stadt Stendal. Wie auch beim Karnipp oder in der Hohen Bude gilt hier der Deal: Wer investiert und baut, dem erstattet die Stadt die anteilig anfallenden Kosten für die archäologischen Grabungen. Und wo in Stendal gegraben wird, findet sich immer etwas aus der Vergangenheit.

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