Busstopp-Umbau kommt in Fahrt

Die Zeit drängt: Stadt Stendal lässt weitere Haltestellen barrierefrei gestalten

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Oftmals fehlen Haltestellen ganz elementare Dinge wie der hier an der Stadtseeallee eine Scheibe. Dass Haltepunkte beschmiert sind, scheint schon die Regel.

Stendal – Die Hansestadt Stendal lässt weitere Bushaltestellen umbauen. Die Haltepunkte sollen zukünftig barrierefrei sein. Knapp 118.740 Euro stehen für die Arbeiten zur Verfügung.

Etwas ein Drittel, gut 40.000 Euro, fließen über ein Förderprogramm des Landkreises in die Maßnahme.

Der Rest kommt aus der städtischen Kasse. Die aktuelle Liste umfasst insgesamt neun Busstopps. Rathaussprecher Armin Fischbach geht auf Nachfrage der AZ davon aus, dass der Großteil der Aufgaben noch in diesem Jahr erledigt sein wird.

Für einen möglichst problemlosen Einstieg bewegen Arbeiter momentan an der Straße der Demokratie Erde und Steine. Die Haltestelle wird barrierefrei gestaltet.

Auf dem Zettel der Arbeiter stehen die beiden Haltestellen an der Straße der Demokratie nahe der Hochschule, die zwei an der Frommhagenstraße in Höhe Wernerplatz und Seniorenheim und zwei in Groß Schwechten. Darüber hinaus gehören jeweils eine Haltestelle am Peulinger Winkel, am Lindenplatz in Borstel und an der Dorfstraße in Nahrstedt zum Maßnahmenbündel. Die Arbeiten sind laut Fischbach an vielen Stellen bereits in vollem Gange.

Laut einer Verordnung der Europäischen Union müssen bis zum Jahr 2022 alle Bushaltestellen barrierefrei und behindertengerecht umgebaut sein. 2018 standen unter anderem die Haltepunkte Bergstraße, Schützenplatz, Wendstraße und Gardelegener Straße auf der Liste. Inwieweit alle Punkte dieser Runde abschließend umgebaut wurden, lässt sich auf die Schnelle nicht sagen. Sicher ist: Alle Haltestellen sollen unbedingt stufenlos erreichbar sein.

Wo es nötig ist, wird zudem der Bordstein angehoben, um das Einsteigen in den Bus zu erleichtern. Zu einer barrierefreien Busstation gehören auch weiße Felder, die nicht allein zeigen sollen, wo sich der Einstiegsbereich des Busses befindet. In erster Linie dienen die Felder durch ihre Rippenstruktur Menschen mit Sehbehinderung zur Orientierung.

Bushaltestellen bis zum 1. Januar 2022 vollständig barrierefrei zu gestalten, ist im Personenbeförderungsgesetz verankert worden. Darauf weist der Landkreis immer wieder hin und reichte allein 2018 auf Antrag mehr als 1,4 Millionen Euro an die Kommunen weiter. Die Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr sei ein ganzheitliches Konzept, das heißt, es umfasst Information, Kommunikation und natürlich die Fahrzeuge. Im Übrigen sollen es auch Fahrgäste mit Gepäck und Kinderwagen zukünftig leichter haben.

Stendals Gesamtliste dürfte mit 2019 nicht abgearbeitet sein. Das Bushaltenetz scheint auch schon wegen Vandalismus eine Dauerbaustelle.

VON MARCO HERTZFELD 

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