„Zeigen, wie es besser geht“

Mandy Schild interviewte die sympathische Mo Asumang für ihren Medienpraxis-Kurs, wird den Artikel auf die Internetseite des Berufsschulzentrums stellen.

Stendal - Von Thomas Pusch. Die deutsch-ghanaische Moderatorin, Schauspielerin und Sängerin Mo Asumang war gestern zu Gast an den Berufsbildenden Schulen. Dort stellte sie ihren Film „Roots Germania“ vor und diskutierte danach mit Schülern über das Gesehene.

Mit einer Hasszeile fing alles an. „Die Kugel ist für dich, Mo Asumang“, hieß es bei einer Neonaziband Dieser Mordaufruf schockierte und inspirierte die Moderatorin, Sängerin und Schauspielerin zugleich. Sie begab sich auf Spurensuche, wollte die Ursachen für so viel Hass finden. Dazu mischte sie sich unter Nazi-Demos, führte zahlreiche Interviews und nahm auf, was ihr die Rechten rieten: „Geh dahin, wo du hergekommen bist.“ Doch wo sollte das sein, in ihrer Geburtsstadt Kassel oder in Ghana, der Heimat ihres Vaters? Entstanden ist mit dem Film „Roots Germania“ eine Verknüpfung von beidem, die germanische und afrikanische Ahnen und Kultplätze zeigt.

Die hasserfüllte Zeile des sinnfreien Liedes hat sie nicht nur mit dem Film verarbeitet, der als „Kleines Fernsehspiel“ im ZDF lief, sondern tut es immer noch, indem sie mit Menschen darüber spricht. So wie gestern an der Berufsbildenden Schule, wo sie nach 2007 den Film zum wiederholten Mal zeigte und sich im Anschluss mit den Schülern über das Gesehene unterhielt. Sie erzählte davon, dass sie einmal nicht in eine Discothek in Kassel gelassen wurde, wie ihre Mutter unter den Lästereien anderer zu leiden hatte, die sich über das schwarze Kind mokierten. „Es sind Kleinigkeiten, die den Rassismus ausmachen“, sagte sie. „In anderen Ländern gibt es doch aber auch Rassismus, warum wird das hier immer so hochgespielt“, wollte ein Schüler wissen. Natürlich gebe es Rassismus überall, entgegnete Asumang. Aber in Deutschland sei man eben Experte durch die Erfahrungen aus der Geschichte und wisse daher ganz genau, was Rassismus ist. „Ich würde das durchaus positiv sehen“, meinte sie, „wir können zeigen, wie es besser geht.“ Die Gesellschaft sei wie eine Familie, man müsse immer über das Thema sprechen, sich Gedanken darüber machen.

Während ihrer Filmreise hatte sie oft den Gedanken ans Aufgeben, verriet sie im Gespräch mit der AZ. Oft habe sie sich ziemlich allein gefühlt. Aber es habe dann immer rechtzeitig einen neuen Antrieb gegeben, jemanden, der ihr Mut gemacht, sie unterstützt habe.

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