„Frühlingsparty“ mobilisiert stärker

Zehnte Demo der Bürgerbewegung Altmark im Landkreis 

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Nach einer Stunde war alles vorbei: Auf dem Winckelmannplatz versammelten sich rund 40 Demonstranten.

Stendal/Magdeburg. Mit laut Polizei etwa 40 Zuhörern gegen rund 60 Gegendemonstranten hat die Bürgerbewegung Altmark am Sonntagnachmittag in der Innenstadt deutlich weniger Menschen mobilisiert, als das Netzwerk „Herz statt Hetze“.

Während auf dem Winckelmannplatz spärlicher Beifall aufkam, als von „Deutschland als dem größtem Puff Europas“ oder „die Leute sind unzufrieden“ die Rede war, gaben sich vor dem Eingang der Marienkirche nur wenige Meter entfernt gut gelaunte Rolandstädter Sang, Tanz, Gebet und Sprayaktionen hin.

„Der Winter ist vergangen“ sangen rund 60 Beteiligte vor der Marienkirche im Namen der Aktion „Herz statt Hetze.

Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen und Bussen im Einsatz, hatte aber augenscheinlich nicht das große Besteck aufgefahren. Aus Sicht des Kreis-Ordnungsamtes verlief die Demonstration der Bürgerbewegung Altmark „ohne besondere Vorkommnisse“. Sie hatte gegen 16.15 Uhr begonnen und wurde um 17.52 Uhr beendet, meldet Amtsleiter Michael Schneider. Kurz nach 16.30 Uhr hatte das Läuten der Glocken der Marienkirche den Beginn der Gegendemonstration durch das Aktionsbündnis unüberhörbar gemacht. Und weil eine „Frühlingsparty mit Live-Musik“ angekündigt war, erhielt das Publikum Textzettel, damit der kollektive Gesang von sechs ausgewählten Volksliedern wie „Der Winter ist vergangen“ gut textsicher erfolgen konnte. Auch eine Band spielte auf und Versammlungsleiterin Elisabeth Seyer gab eine Kostprobe ihres Könnens, als sie die klare Ansage „Arschloch“ kraftvoll in Stendals Sonntagnachmittagsluft intonierte, denn auch der Protestschlager „Schrei nach Liebe“ der Promi-Punkband „Die Ärzte“ durfte nicht fehlen.

„Mut zur Heimat“ lautete das Motto, unter dem die Bürgerbewegung landkreisweit zum zehnten Mal aufmarschierte. Am Samstag waren in Magdeburg 250 Menschen gegen Rassismus auf die Straße gegangen. Ihr Protest richtete sich gegen eine Veranstaltung des Vereins „Gemeinsam-Stark-Deutschland“ (GSD) mit 580 Teilnehmern auf dem Domplatz. Die Polizei war dort mit bis zu 1000 Kräften im Einsatz.

Von Antje Mahrhold

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