Schmiede-Verein beteiligt sich an Kundgebung gegen NPD-Mitglied / Buntes Straßenfest vor der ersten Sitzung des neuen Kreistages

„Wollen Einzug der Neonazis nicht wortlos hinnehmen“

Polkau/Stendal. „Wir wollen den Einzug der Neonazis in den Kreistag nicht wortlos hinnehmen und einfach so ertragen. “ Lothar Zahn und weitere Mitglieder des Kultur-Vereins „Die Schmiede“ in Polkau werden sich an einer Protestkundgebung in Stendal beteiligen.

Heiko Krause bei einem Neonazi-Aufmarsch in der Altmark.

Wenn sich das neu gewählte Kommunalparlament am 3. Juli konstituiert und NPD-Mitglied Heiko Krause aus Tangerhütte seinen ersten Auftritt haben kann, will ein breites Bündnis aus Organisationen und Einzelpersonen vor dem Landratsamt an der Hospitalstraße demonstrieren. Die Polkauer arbeiten an einem Transparent, auf dem steht: „Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt!“ Außerdem sei ein verführerisch-fieser Clown, ein unbelehrbares Männchen, zu sehen, an dem eine Lunte brennt.

Lothar Zahn, Kopf des Vereins „Die Schmiede“.

Die Vorbereitungen der NPD-Gegner laufen auf Hochtouren, doch noch gibt es etliche Fragezeichen. Ende Juni wollen sich alle Beteiligten noch einmal verstärkt an einen Tisch setzen und weitere Dinge besprechen. Vermutlich wird ein Mitglied der Linken die Kundgebung bei der zuständigen Sicherheitsbehörde anmelden. Zahn rechnet mit einem bunten Straßenfest, bei dem nicht zuletzt getanzt und gelacht werde. Wahrscheinlich wird alles um 16 Uhr, eine Stunde vor Beginn der Kreistagssitzung, losgehen.

„Wir wollen eine Art Gegenpol sein, vor Lebensfreude sprühen und so dem Herrn Krause zeigen, wie stark wir sind. Natürlich sollen auch die Damen und Herren Kreistagsmitglieder noch einmal vor Augen geführt bekommen, mit wem sie da die nächsten Jahre in einem Raum sitzen werden.“ Das Schmiede-Mitglied glaubt an einen kreativen und lautstarken Protest. Ob sich auch Autonome und Linksradikale auf ihre ganz eigene Art und Weise einbringen wollen, darüber sei ihm momentan nichts bekannt. Zahn im Gespräch mit der AZ: „Wir sollten an diesem wichtigen Tag alle einen kühlen Kopf behalten.“

Krause hat bei der Wahl Ende Mai 805 Stimmen erhalten. Auf die sieben NPD-Kandidaten entfielen insgesamt 2910 Stimmen (2,3 Prozent). Das reicht für ein Mandat im Kreistag. Krause gehört zu den führenden Köpfen der National-Demokraten in der Region und darüber hinaus. Der Südaltmärker soll nach einigen innerparteilichen Querelen der vergangenen Jahre nun sogar wieder stärker in der Landesspitze der NPD mitmischen.

Von Marco Hertzfeld

Rubriklistenbild: © Hertzfeld

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