Todesfälle bei Altengrabow und Jüterbog / Hohe Ansteckungsgefahr gerade jetzt in der Ranzzeit

Wolfsräude – Gefahr für die Altmark

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Im Südosten Sachsen-Anhalts gab zwei Todesfälle durch Räude. Eine Ausbreitung auf altmärkische Rudel ist möglich.

zu Altmark. Auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow hat es offenbar zwei Fälle von Wolfsräude gegeben.

Das bestätigte der Wolfsbotschafter des Naturschutzbundes (NABU), Christian Emmerich: „Es wurden zwei tote Wölfe in der Umgebung von Altengrabow und bei Jüterbog gefunden, die vermutlich an der Räude zugrunde gingen. “ Die toten Tiere werden derzeit von Wissenschaftlern in Berlin untersucht.

Der Dessauer ist als Wolfsbotschafter und Herdenschutzberater hauptsächlich für den Wolfsbestand in Sachsen-Anhalt zuständig, kümmert sich aber auch um die Entwicklung im benachbarten Brandenburg. Emmerich schließt nicht aus, dass sich die ansteckende Räude auch auf die Wolfsrudel in der Altmark, vor allem in der Colbitz-Letzlinger Heide, ausbreitet. Die Ansteckungsgefahr ist vor allem jetzt in der Ranzzeit der Wölfe besonders hoch. Denn vor allem in der Fortpflanzungsphase zwischen Ende Dezember und März wandern Rüden auf der Suche nach geschlechtsreifen Weibchen hunderte Kilometer pro Woche.

Emmerich sieht Räude als ganz normale Erscheinung, von der ja zum Beispiel auch Füchse, Marder und Hunde betroffen sein können, die damit als Überträger in Frage kommen. Betroffen sind vor allem Jungtiere und schwache Wölfe. „Stärkere Wölfe können die Krankheit überleben“, betont Emmerich.

Räude wird durch Milben hervorgerufen und geht bei den betroffenen Tieren mit heftigem Juckreiz und Hautentzündungen einher. Großteils fällt das Fell aus und nicht selten sterben die gestressten Tiere, wenn die Krankheit große Hautpartien befallen hat.

In Sachsen-Anhalt gibt es derzeit offiziellen Angaben zufolge vier Wolfsrudel: am Truppenübungsplatz Altengrabow, im Raum Göritz, in der Colbitz-Letzlinger Heide sowie auf der Annaburger Heide. Im benachbarten Brandenburg leben aktuell sieben Rudel.

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