„So einen Fall gab es noch nie“

Wolfsangriff wahrscheinlich: 25 tote Wildtiere im Walslebener Gehege

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Das Gehege bei Walsleben. Hier haben vermutlich Wᅢᄊlfe in zwei Nᅢᄂchten 25 Stᅢᄐck Muffel- und Damwild gerissen.

rk Walsleben. So einen Fall hat es laut Edgar Kraul, Sprecher des Landkreises Stendal, noch nie gegeben: In einem Muffel- und Damwildgehege im Wald bei Walsleben (Osterburg) haben wahrscheinlich Wölfe 25 Wildtiere getötet.

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat sich der Beutezug bereits Anfang der Woche in zwei aufeinanderfolgenden Nächten ereignet. Dass es sich um einen Wolfsangriff handelte, ist noch nicht offiziell bestätigt, aber sehr wahrscheinlich.

Wolfsexperte Andreas Berbig von der Referenzstelle Wolfsschutz war am Dienstag in Walsleben und hat den Vorfall protokolliert. Die dokumentarische Auswertung werde dem Umweltministerium in Magdeburg übermittelt. Haut- und Blutproben wurden entnommen. Sie sollen zeitnah vom Senckenberg-Institut in Hessen analysiert werden. In ungefähr einer Woche soll ein endgültiges Ergebnis vorliegen. Nach Angaben des Experten handele es sich um „aktive Tötung“ der Wildtiere. Fraßspuren würden das belegen. Für den Angriff kämen nur Wölfe oder Hunde infrage, betont Andreas Berbig.

Ob der private Dam- und Muffelwildhalter in Walsleben entschädigt wird, ist fraglich, denn in dem Gehege gab es keinen sogenannten Untergrabschutz. Das sei gerade bei einer Gatterhaltung wegen der Größe der Gehege sehr aufwendig und teuer, erklärt dazu Dr. Martin Trost vom Wolfsmonitoring des Landesamtes für Umweltschutz. Das gelte genauso für Schutzzäune. Die Anschaffung von Schutzmaßnahmen werde jedoch vom Land gefördert – bis zu 80 Prozent.

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