Schöner Wohnen ist das erklärte Ziel

Wohnungsbaugesellschaft auf Tour durch Stendaler Stadtteile

Nicht nur innen, auch an den Fassaden hat die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft viel investiert.
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Nicht nur innen, auch an den Fassaden hat die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft viel investiert. 

Stendal – Die alten Korktafeln, mit denen die Mieter der Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) in den Aufgängen informiert werden, haben bald alle ausgedient.

55 von ihnen wurden bereits durch digitale Infotafeln ersetzt, die im Rahmen einer Besichtigungstour des Aufsichtsrates von Geschäftsführer Daniel Jircik nun vorgestellt wurden.

Alles Wichtige auf einen Blick: 55 digitale Infotafeln ersetzen die alten Korktafeln. Weitere sollen folgen.

Mit diesem Quantensprung hinsichtlich neuster Technik und Funktionalität werden Mieter unter anderem über Wetter, Treppenreinigung, Rundgänge der Hausmeister, Ansprechpartner bei Fragen sowie den Busfahrplan informiert. Letzterer stehe noch nicht komplett zur Verfügung, so Jircik. Für das Modellvorhaben gab es 140.000 Euro aus dem Fördertopf „Land(auf)Schwung“. Die geschaltete Werbung decke die laufenden Kosten. In drei Jahren sollen alle 200 Eingänge mit diesen Tafeln ausgestattet sein.

Ebenerdige Duschen und Dielenböden

„Schöner Wohnen“ sei das erklärte Ziel der SWG, weshalb die Ausstattung der Wohnungen verbessert werde. Bei jedem Auszug eines Mieters werde modernisiert. Die Kosten belaufen sich jeweils auf 500 bis 20.000 Euro. Man gehe weg von braunen zu weißen Türen, baue ebenerdige Duschen ein und ersetzte das Laminat mit Dielenboden. Bei der Tour erläuterte der Geschäftsführer die Besonderheiten der einzelnen Objekte. Für die Strangsanierung im Elektro- und Sanitärbereich werden jährlich rund 750.000 Euro investiert. „In drei bis vier Jahren“ wolle die SWG damit durch sein.

Bei der Tour erläuterte Jircik die Besonderheiten der einzelnen Objekte. So werde der Altbau an der Wahrburger Straße an der einen Giebelseite mit drei Balkonen ausgestattet. Kosten: 50.000 Euro. Für den anderen Giebel gebe es auch noch Balkone.

Neue, in einem dunklen Rot leuchtende Fahrstühle gibt es für die Plattenbauten an der Hans-Schomburgk-Straße 24 bis 43. Für drei Fahrstuhltürme werden 450.000 Euro investiert, sechs Türme folgen im nächsten Jahr. Die SWG verspricht sich davon eine erleichterte Wohnungsvermietung in den oberen Etagen. Allerdings halten die Personenlifte nicht auf den Etagen. Diese seien über neun Stufen zu erreichen.

In den sogenannten Affen-Elfer, wie er von den Bewohnern liebevoll genannt wird, investierte der Wohnungsanbieter 65 000 Euro. Das Erdgeschoss von Hausnummer 26 bis 28 sei an einen Pflegedienst vermietet. Es sei schon eine Tradition, Wohneinheiten an soziale Träger zu vermieten, so Jircik.

Jeder zehnte Stendaler wohnt im Stadtteil Stadtsee und bekommt die Veränderungen an den Plattenbauten, speziell den Elfgeschossern, mit. So habe es positive Rückmeldungen für die Gestaltung des Giebels am Block an der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße 8 bis 12 gegeben. Der Elfer mit der New-York-Fassade wurde farblich aufgewertet, Balkonbrüstungen und ein Fahrstuhl erneuert. Zwei Fahrstühle werden 2020 saniert und die Flure erhalten einen neuen Farbanstrich. Insgesamt sollen 1,5 Millionen Euro investiert werden. Die Schließanlagen wurden digitalisiert. Somit brauchen die Mieter keinen Schlüssel mehr, sondern nur noch ihren Chip, mit dem sie ebenfalls die Unterfluranlage für die Müllentsorgung nutzen. Hier fallen jährlich 30.000 Euro für die Umstellung an. Es sei gut investiertes Geld, so der Geschäftsführer. Ein Vorteil sei, dass bei einem verloren gegangenen Chip die Anlage nur neu programmiert werde müsse.

500 Balkone in zehn Jahren

Ein Stück weit mehr Lebensqualität: Mieterin Veronika Staatz ist von ihrem neuen Balkon begeistert.

Die SWG, so Jircik, treibe besonders das Nachrüsten von Balkonen sowie das Schaffen moderner Grundrisse voran. Im Stadtteil Nord versäumte es der Geschäftsführer nicht, dem Gremium die neuen Balkone an der Bergstraße 34 bis 34c zu präsentieren. Die Nachrüstung sorge für einen deutlichen Zuwachs an Lebensqualität. Spontan berichtete Mieterin Veronika Staatz von dem neuen überdachten Außensitz. In den zurückliegenden zehn Jahren seien 500 Balkone für rund 4,5 Millionen Euro an den Wohnhäusern aus den 1950er Jahren nachgerüstet worden. „Damit sind wir hier fertig“, schloss der SWG-Chef das Gespräch vor den neuen Balkonen.

Dass das Umgestalten der kleinen Drei-Zimmer-Wohnungen zu Zwei-Zimmer-Wohnungen ein genialer Schachzug war, zeige sich daran, dass sich der Stadtteil im Norden der Rolandstadt immer größerer Beliebtheit erfreut. Die Grundrissveränderungen der Wohnungen sind zeitgemäß und modern. Aus der einstigen Küche und Bad wurde ein größeres Bad und das Kinderzimmer wurde zur Küche. Kochen sei in, dies wolle man mit der Familie oder mit Freunden gemeinsam erleben, so Jircik.

Der Neubau des zweiten Studentenwohnheimes auf dem Campus der Hochschule Magdeburg-Stendal wird mit einem 1,5 Millionen-Euro-Kredit finanziert. Für Frühjahr 2020 sei der Baubeginn anvisiert, ab Oktober 2021 könne dann 30 weiteren Studierenden Wohnraum angeboten werden.

Die Investitionssumme von 6 Millionen Euro für 2020 wurde bereits vom Aufsichtsrat beschlossen. Auf ungefähr 2 Millionen Euro belaufen sich die Instandhaltungsmaßnahmen der SWG.

Neben den Investitionen ist es in den zurückliegenden elf Jahren, in denen der Dipl.-Wirtschaftsinformatiker am Ruder ist, gelungen, den Schuldenberg von 70 auf 50 Millionen Euro abzubauen. Mit diesem Resümee kann man zufrieden sein, oder, wie Geschäftsführer Daniel Jircik meinte: „Wir haben wieder einmal viel gemacht“.

Die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft ist mit über 4000 Wohnungen der größte Vermieter in der Region. Die Hansestadt selbst ist Gesellschafter des Unternehmens mit Oberbürgermeister Klaus Schmotz als Aufsichtsratsvorsitzenden.

VON UTE KRUG

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