Ehemaliges Schulgelände an der Stadtseeallee weiterhin ohne Nutzer

Wohnen bleibt ein Wunsch

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Der Müll liegt bunt auf der Wiese verteilt. Die Hansestadt Stendal würde auf der ungenutzten Freifläche im Wohngebiet „Stendal Stadtsee“ am liebsten Wohnungen, gern auch gemischt mit kleinerem Einzelhandel, sehen.

Stendal. 2007 fiel der Hammer und dann folgte die Abrissbirne: Seither wächst auf der Fläche an der Stadtseeallee, wo zuletzt das „Haus C“ des Winckelmann-Gymnasiums in Plattenbauweise samt Blechdach-Turnhalle stand, Gras.

So erinnert das grüne Areal momentan eher an jene Obstplantagen, die vor der Gründung des Wohngebietes Stadtsee dort angelegt waren.

Die Stadt Stendal sei bestrebt, dass an dieser Stelle Wohnungen entstehen, sagte der hansestädtische Sprecher Klaus Ortmann gestern auf AZ-Anfrage. Eigentümer als Träger des dort ehemals ansässigen Gymnasiums ist allerdings der Landkreis Stendal. Einen speziellen Bebauungsplan gebe es für die Brache stadtseitig nicht. Was bedeutet, dass sich Planer an der baulichen Umgebung zu orientieren haben. Ein 34-Stockwerke-Hochhaus sei ebenso wenig zulässig wie eine Zementfabrik, scherzte der Stadtsprecher. „Häuser mit bis zu vier Stockwerken wären erlaubt“, so Ortmann. Innerhalb der Wohnbebauung dürften sich sogar Einzelhändler ansiedeln. Dies dürfe allerdings nur „kleinteilig“ erfolgen. Ein Supermarkt wie an der nahen Carl-Hagenbeck-Straße sei laut Flächennutzungsplan nicht umsetzbar. Die Maximalgröße für potenziellen Einzelhandel: 400 Quadratmeter. Aktuelle Pläne gebe es von Seiten der Stadt allerdings nicht. Ehemalige Interessenten realisierten ihre Pläne nicht an dieser Stelle. Der Landkreis prüft aktuell, ob derzeit weitere potenzielle Käufer an diesem Areal Interesse angemeldet haben.

Derweil verkommt das Gelände zu einer Müllkippe. Der einst ordentlich aufgestellte Zaun hat Lücken bekommen. Auf einer Seite entlang der Hecke an der Stadtseeallee sieht es aus, als würde dort jemand hausen. Kissen liegen herum, Schranktüren, Regenschirme, Eimer und anderer Unrat sind dort verstreut. Der Boden ist dort platt getreten, wo die Hecke und ein Baum eine Art Höhle bilden.

Von Alexander Postolache

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