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Aufregende Zeiten

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So kurz vor und während der Weihnachtsfeiertage und dem Jahresende wird überall Bilanz gezogen: in Vereinen, Städten, Gemeinden, kurz, in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. 2013 wird als das Flut- und Katastrophenjahr in die Annalen eingehen. Aber auch als die Ära der gegenseitigen Hilfe und Unterstützung.

Was passierte sonst noch in der Altmark, die rund ein Drittel der Landesfläche Sachsen-Anhalts umfasst? Beispielsweise die Affäre um die Kreissparkasse Stendal, die die Menschen in der Region noch einige Zeit beschäftigen wird. Denn es wird dauern, bis die Hintergründe aufgedeckt und die Schuldigen an der Misere gefunden worden sind.

Auf Trab halten wird die Altmark auch der Dauerbrenner A 14. Denn der überwiegenden Mehrheit der Befürworter steht ein relativ kleines Häuflein Gegner gegenüber, das sich allerdings mit allen rechtlichen Mitteln Gehör verschafft, das Projekt unnötig in die Länge zieht und verteuert. Den Ökos ist es bislang gelungen, zu bremsen, was das Zeug hält. Eine Blockadehaltung, die offensichtlich nicht mehr von Vernunft, sondern von blindem Kleben an eingefahrenen Denkmustern geprägt ist: „Alle Räder (Autos) stehen still, wenn der BUND das will.“

So notwendig der Schutz der Natur auch sein mag: Die Sympathiewerte der Naturschutzverbände sind genauso rasant Richtung Boden gesunken wie die der FDP bei der Bundestagswahl im vergangenen September. Doch während die einen im politischen Niemandsland ihre Wunden lecken, vorerst Ruhe geben und hoffen, eventuell 2017 wie Phoenix aus der (Wahl) Asche neu zu entstehen, krallen sich die anderen an das Verbandsklagerecht als gäbe es kein Morgen.

So unnötig wie ein Loch im Kopf war auch die unsägliche Diskussion um die Polizeireform, die darin gipfelte, dass Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sie letztlich als Überraschungsei kurz vor Weihnachten per Erlass durchgepeitscht hat und dem Landtag lediglich die Rolle des Zuschauers überließ – ein Demokratieverständnis der besonderen Art, getreu dem Motto: Mir ist gleichgültig, wer unter mir Chef ist!

– wie könnte es auch anders sein – erlebte 2013 erneut das Theater der Altmark (TdA). Obwohl es pro Spielzeit rund 20 Inszenierungen in mehr als 500 Vorstellungen bietet und damit etwa 65 000 Besucher zählt, muss es Jahr um Jahr ums Geld und Überleben kämpfen. Keine leichte Aufgabe für Intendant Alexander Netschajew, der die aktuelle Spielzeit unter das vielsagende Motto „Heimat“ gestellt hat. Denn für das Landestheater Sachsen-Anhalt Nord ist die Hansestadt Stendal „Heimat“. Theater darf alles sein – nur nicht langweilig. Sagt Netschajew. Dazu tragen jedoch nicht nur er und die rund 70 Beschäftigten bei, sondern eben auch die Politik, die „alle Jahre wieder“ über die Zukunft der Spielstätte diskutiert. Und zwar nicht nur auf landes-, sondern eben auch auf kommunalpolitischer Ebene.

Von Arno Zähringer

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