Kompetenzzentrum „Heimische Birnen“ wird in der Scheune des Landguts Welle eingeweiht

„Das Wissen wird hier gebündelt“

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Die Bäume auf dem Weg zum Landgut Welle sind Birnen der Sorte „Köstliche von Charneux“. Für den Erhalt der Obstbaumalleen kämpft Brita von Götz-Mohr. Die Frankfurterin hat das Gutshaus ihrer Vorfahren wiederhergerichtet, weil die Altmark etwas mit ihr zu tun hat.

Welle. Auch wenn Äpfel mit Birnen nicht vergleichbar seien, wie ein Sprichwort behauptet, erhofft sich Brita von Götz-Mohr mehr Liebe zur heimischen Birne.

„Der Apfel hat in Deutschland eine große Lobby“, kämpft die Hausherrin des Landguts im Stendaler Ortsteil Welle für mehr Akzeptanz regionaler Sorten – und besonders „für den Erhalt der altmärkischen Birnenalleen“. 

Das sei das „große Ziel“ der Kunsthistorikerin aus Frankfurt/Main, die mit Ehemann Christoph Mohr nun schon seit fast 20 Jahren das Gutshaus ihrer Vorfahren Stück für Stück in das frühere Kleinod zurückverwandelt – aber jetzt mit großer Mission.

Nach allen Regeln der Handwerkskunst an Tragwerk und Dach restauriert, bietet die 500 Quadratmeter große Scheune neben der Gutshaus-Remise einen Ort für Experten und Laien.

Die seit fast einem Jahr nach den Regeln traditioneller Handwerkskunst in Tragwerk und Dacheindeckung aufwendig restaurierte Gutsscheune ist dank Fördergeld aus dem EU-Programm Leader erklärter Sitz des „Kompetenzzentrums Heimische Birnen“. Ein zum Staunen schön frisch restaurierter Mix hölzerner Balken und Träger bildet dort den Himmel für Experten und engagierter Laien, freut sich Götz-Mohr über den Raum für Austausch und Treff. „Das Wissen wird hier gebündelt“, setzt sie gezielt auf eine Zusammenarbeit mit Ruth Schwarzer. Ein Bewusstsein für heimische Sorte lasse sich zuerst über das Wissen über die Verwertung erreichen, glaubt das Duo. So sollen Kochen, Backen, Einmachen und Dörren wichtige Themenfelder des Weller Birnen-Zentrums sein.

Dass es sich in der etwa 500 Quadratmeter großen Scheune neben der Remise mit weiteren 260 Quadratmetern auch gut feiern lässt, etwa wie jüngst etwa eine Silberhochzeit, sei ein angenehmer Nebenaspekt. Offiziell eingeweiht wird das neue, alte Gebäude am „Altmärker Birnentag“, der am Sonntag, 17. September, um 10 Uhr beginnt und bereits seit 2014 pünktlich zur Birnenreife der Jahreshöhepunkt auf dem Landgut ist. Den Zuschlag für das Gutshaus hatte von Götz-Mohr 1998 von der Treuhand erhalten. Das Objekt befand sich einem schlechten Zustand, nachdem es zu DDR-Zeiten als Kindergarten, Konsum und zuvor als Flüchtlingsunterkunft genutzt worden war.

Von Antje Mahrhold

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Birnentag in Welle

Programm am 17. September: 

10.30 Uhr: Ruth Schwarzer, Pflanzenexpertin aus Kalbe: „Regionalsorten – gibt es die noch?“ 

11.30 Uhr: Mathias Schulze, Imker aus Groß Schwarzlosen: „Birnen – Biene – Blüte“ 

11.30 Uhr: Christoph Mohr: Rundgang auf dem Landgut 

12 Uhr: Brita von Götz-Mohr: Kinderführung „Wo war der Weller Silberschatz?“ (30 Minuten) 

13 Uhr: Einweihung des Birnen-Kompetenzzentrums in der Gutsscheune mit Vize-Landrat Dr. Denis Gruber: „Obstbaumalleen im Landkreis Stendal – zwischen Blüte und Herausforderungen“ 

14 Uhr: Almut Joswig und Andreas Wolf aus Apenburg-Winterfeld: Schau-Mosten für Kinder 

15 Uhr: Obstkleinbrennerei Hans-Jürgen Dombeck aus Stendal: „Wie entstehen feine Brände aus altmärkischem Obst“ 

15.30 Uhr: Gartenführung, Brita von Götz-Mohr: „Dagmar von Bismarck und ihre Pläne zur Erweiterung von Park und Garten“ 

15.30 Uhr: Mathias Schulze, Imker aus Groß Schwarzlosen: „Bio-Imkerei“

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