Wolf bleibt in Sachsen-Anhalt willkommen / Wer kehrt noch in alte Reviere zurück?

Wisent, Elch und den Bären erwartet das Land nicht

Wisent, Bär, Elch, Luchs und Wolf waren einst weiter in Europa verbreitet als heute. Der eine oder andere erobert sich auch in der Altmark alte Reviere zurück. Konflikte sind programmiert. Fotos: dpa
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Luchs, Wisent, Bär, Elch und Wolf waren einst weiter in Europa verbreitet als heute. Der eine oder andere erobert sich auch in der Altmark alte Reviere zurück. Konflikte sind programmiert.
  • Marco Hertzfeld
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Altmark. Der Wolf ist da, der Luchs vielleicht auf dem Sprung. So mancher Tierfreund könnte ins Träumen geraten und auf weitere größere Arten hoffen, die womöglich irgendwann bereits einmal durch die Altmark streiften.

„Eine natürliche Wiederbesiedlung durch Wisent, Bär und Elch ist nicht zu erwarten“, meint Harald Friesel, Mitarbeiter des Landesamtes für Umweltschutz. Schon allein der Elch haben gewisse Ansprüche, er besiedele bevorzugt Gegenden mit großen Weichlaubholzbeständen, sehr naturnahe, dicht bewaldete Flussauen und Niedermoore, da diese Gehölze einen erheblichen Teil seiner Nahrung ausmachen. Solche Gebiete seien in der Altmark großflächig nicht vorhanden. „Eine dauerhafte Ansiedlung in der Altmark erscheint daher derzeit als unwahrscheinlich. In Bezug auf Sichtungen liegen nur vage Gerüchte vor, die sich nicht überprüfen und bestätigen lassen. “.

Wie sehr Rückkehrer die Meinungen spalten, zeigt sich am Wolf. „Sachsen-Anhalt begrüßt die natürliche Wiederansiedlung des Wolfes als heimische Tierart, die ein wichtiges Element der natürlichen Selbstregulation der Ökosysteme und eine Bereicherung der natürlichen Vielfalt darstellt“, so Friesel auf Nachfrage der AZ. Analysen der Nahrung Isegrims zeigten deutlich dessen zunehmenden Einfluss auf die Schalenwildbestände. Die Gruppe umfasst Paarhufer, deren Klauen in der Jägersprache als Schalen bezeichnet werden. Dazu gehören Reh, Dam- und Rothirsch, Mufflon, Wildschwein sowie Elch und Wisent.

„Die Schalenwildbestände wie auch die Abschusszahlen befinden sich in Sachsen-Anhalt auf ihrem langfristigen historischen Höchststand.“ Das gelte übrigens auch für große Teile Europas. „Aufgrund der stark überhöhten Wilddichten sind gravierende wirtschaftliche Schäden in Forst- und Landwirtschaft zu verzeichnen“, erläutert der Mitarbeiter des Landesamtes. Der Wolf trage dazu bei, Reh, Wildschwein & Co. auf natürlichem Wege zu reduzieren und somit Wildschäden in Forst- und Landwirtschaft zu verringern. Wie viel Raum dem Wolf gegeben werden soll und inwieweit der Mensch eingreifen sollte, darüber wird verstärkt diskutiert.

Wisent, Bär und Elch oder auch der Luchs können die Gemüter, zumindest in der Altmark, derzeit nicht erregen. Die Raubkatze könnte es allerdings durchaus in absehbarer Zeit aus dem Harz in die Region schaffen.

Von Marco Hertzfeld

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