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Tiergarten Stendal: Kleinnager Degu bricht aus

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Von: Marco Hertzfeld

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Ein Degu sucht hinter Holz Schutz.
Ein Degu hat es ganz offensichtlich nach draußen geschafft und sucht rechts Schutz. © Stefan Hartmann

Familie Degu im Stendaler Tiergarten sorgt für Wirbel. Mindestens ein Kleinnager scheint ausgebüxt. Die Stadt vermisst hingegen keines der etwa 20 Tiere.

Stendal – Mit einer Kopfrumpflänge von bis zu 17 Zentimetern ist ein Degu nicht besonders groß. Hinzu kommt noch ein maximal 13 Zentimeter langer Schwanz. Es scheint, als hätte es dieses Exemplar tatsächlich durch ein Loch im Gehege nach draußen geschafft. Die Stadtverwaltung will nach Rücksprache mit dem Tiergarten nichts von einem Ausbruch wissen. Die AZ-Kamera hält auch durchaus heikle Szenen fest, weil eine Katze den Nager längst entdeckt hat. Ganz offensichtlich hätte der Straßentiger den kleinen Kerl nur allzu gern zwischen den Zähnen. Insgesamt etwa 30 Exemplare der ursprünglich in Chile beheimateten Art leben in Stendal. Ein Besucher sah das Loch und informierte Zoomitarbeiter. Vielleicht wäre ja sonst sogar die gesamte Gruppe ausgebüxt.

Eine Katze legt vor dem Degugehege auf der Lauer.
Sie liegt minutenlang auf der Lauer. Eine Katze hat das Ganze längst spitzgekriegt. © Stefan Hartmann

Gerade einmal 170 bis 300 Gramm bringt ein Degu auf die Waage. Im Aussehen ähnelt er einer Mischung aus Chinchilla und Ratte und hat doch einen eigenen Kopf. Ganz anspruchslos in der Haltung gerade für Laien soll er nicht sein. Was eine Katze naturgemäß wenig interessieren dürfte. Mag ein Degu auch größer sein als eine Maus, als Beute könnte er noch infrage kommen. „Es konnte kein Tier entweichen, auch hat sich hier kein Tier verletzt“, meint Susanne Hellmuth. Das besagte Loch war am Sonnabend gemeldet worden. Übrigens sei noch nie ein Degu entwischt, teilt Stendals Rathaussprecherin auf AZ-Anfrage weiter für den Tiergarten mit.

Rathaus beteuert: Keiner ausgebüxt

Wie die Öffnung überhaupt entstehen konnte, darauf geht Hellmuth nicht ein. Entscheidend für sie: „Das Loch wurde am Montag vom Betriebshandwerker des Tiergartens repariert.“ Es sei ein Metallstück angeschweißt worden, welches „mögliche Ausbruchsversuche sicher verhindert“. Wer es nicht weiß: Das Degugehege befindet sich nahe der Sittichvoliere. In ihrer südamerikanischen Heimat gelten die Nagetiere offenbar überwiegend als Plage, weil sie in der Landwirtschaft Schäden anrichten. In Europa werden sie seit Ende des 20. Jahrhunderts als Heimtiere gehalten. Weil sie laut Fachliteratur tagaktiv sind und keinen Winterschlaf halten, dürften sie in Stendals Tiergarten recht oft zu beobachten sein.

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