An Windrad-Anblick bereits „gewöhnt“

Eines mit der größten Flächen für Windräder (526 Hektar) in der Altmark ist bei Hüselitz zu finden.

Stendal - Von Berit Boetzer. Annähernd 400 Windräder sind aktuell in der Altmark aufgestellt. Tendenziell sollen 600 bis 700 Windriesen Platz in der Region finden. So sieht es der überarbeitete Regionale Entwicklungsplan Altmark vor. Das Papier ließen sich Mittwoch die Mitglieder des kreislichen Wirtschaftsförderungsausschusses erklären.

Das Thema Windenergieanlagen haben „Emotionen freigesetzt“, sagte Heinz Riemann. Als sachkundiger Einwohner im Ausschuss vertreten, sei er anfangs skeptisch gegenüber den Windrädern gewesen. Doch seine Meinung habe er im Laufe der Zeit geändert. Denn: „Wo diese Anlagen stehen, sprudelt Geld in die Kassen von Gemeinden oder Landwirten“. Sitzt Riemann in seinem Büro in Krevese, fällt sein Blick auf 18 Anlagen. Rund 1800 Meter sind die Windräder entfernt, an den Anblick „habe ich mich gewöhnt“. In Zeiten knapper Kassen, stelle er sich nun nicht mehr gegen einen Aufbau von diesen Anlagen.

Der seit Mai 2005 gültige Regionale Entwicklungsplan Altmark musste innerhalb des Teilplanes „Wind“ geändert werden. Die Rechtssprechung verlangte dies, wie Frank Leskien von der Regionalen Planungsgemeinschaft erklärte. Im Plan „Wind“ werden Gebiete für die Anlagen ausgewiesen. Damit soll der Aufbau von Windrädern gesteuert werden. Mit der Ausweisung der Vorranggebiete werden Flächen festgesetzt, in denen sich Windkraftnutzung gegenüber konkurriender Nutzung durchsetzt. Während im Jahr 2005 von 17 Eignungsgebieten die Rede war, seien es laut Leskien aktuell 22 Vorrangsflächen. Das größte Areal (783 Hektar) befindet sich bei Brunau. Sehr groß ist auch das Gebiet südlich von Stendal um Hüselitz. Auf einer Fläche von 526 Hektar könnten theoretisch bis zu 170 Anlagen aufgestellt werden, so Leskien. Und es gebe bereits mehrere Anfragen. Die Gesamtfläche für Windräder in der Altmark ist mit 4800 Hektar beziffert. Vorrausschauend meinte Leskien, dass die Zahl der Anlagen von knapp 400 auf 600 bis 700 steigen könnte. Diese Aussicht veranlasste Norbert Tanne, Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsausschusses, von „blühenden Windräder-Landschaften“ zu sprechen.

Derzeit läuft das Beteiligungsverfahren für den Entwurf des Teilplanes „Wind“. Bis Mitte Mai können Gemeinden, Behörden und Einwohner ihre Meinung dazu kund tun. Beim ersten Beteiligungsverfahren gab es „über 400 Stellungnahmen“, so Leskien. Er sah folgenden Zeitplan: Nach Sichten der Meinungen liegt Ende dieses Jahres der Entwurf mit ausführlichem Umweltbericht vor. Ende 2011 könne der Regionale Entwicklungsplan Altmark mit Teilplan „Wind“ Inkrafttreten.

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