Arbeitskreis Werbener Altstadt gegen Denkmal-Pläne / Landesheimatbund wirbt in Magdeburg

Wiederaufbau bringt Kritik in Gang

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Der Bär ist Teil der Siegesallee-Figuren auf der Zitadelle Spandau.

Werben/Magdeburg. Wertvolle Geschichte überlebensgroß wie sie die Tangermünder mit der Bronzestatue Kurfürsts Friedrich I. am Kapitelturm auf dem Burgberg erblicken sollen circa 42 Elbkilometer flussabwärts mit dem Wiederaufbau des Albrecht-der-Bär-Denkmals vor der Lambertikapelle auch in Werben betracht werden können.

Gegen die Initiative des Arbeitskreises, der für das Vorhaben seit Jahren öffentlich auftritt, regt sich jetzt aber neuer Widerstand.

Der Verein „Arbeitskreis Werbener Altstadt“ (AWA) hat seine Bedenken gegen das Projekt erneuert. Er bringt Forderungen auf den Tisch, die auch schon unter Ex-Bürgermeister Jochen Hufschmidt (SPD) verlautet waren. Gefordert wurde seinerzeit ein Denkmal in modernisierter Form. Am Sonntagabend hat AWA-Vorsitzender Werner Eifrig an das frischgewählte, neue Stadtoberhaupt im Rathaus ein Protestschreiben überreicht. Es sei von den AWA-Akteuren Frank und Irmgard Gellerich unterzeichnet worden, sagt Bernd Schulze der AZ am Montag. Als Argument sei sinngemäß der Vorwurf der „Kriegsverherrlichung“ ins Spiel gebracht worden. Außerdem könne das Denkmals, das eine historische Rittergestalt aus dem 12. Jahrhundert darstellt, die immer in blutige Territorialkriege verstrickt war, von bestimmten politischen Lagern missverstanden werden, haben die Kritiker ins Feld geführt.

Fachmännisch gegossen werden soll das Abbild des Urvaters der Brandenburger, der den Deichbau in die Region gebracht, in einem Spezialbetrieb, den Arbeitskreis-Mitglieder bereits besichtigt haben (AZ berichtete). Wegen des Großvorhabens, das Teil einer Landesausstellung zum 850. Todestag des berühmten Askanier-Fürsten im Jahr 2020 sein soll, waren Verantwortliche des Landesheimatbunds am Montag zu Gesprächen mit wichtigen Entscheidungsträgern in der Landeshauptstadt. Wie die AZ erfuhr, gebe es bereits weitere Interessen an neuen Denkmalen, wie etwa in Arneburg und auch in Stendal. In der größten Stadt der Altmark soll der Markgraf 1170 gestorben sein. Sein Name ist in der Region äußerst präsent. Er bezeichnet das Justizzentrum in der Kreisstadt Stendal, das seit 1995 in den einstigen Kasernen des Magdeburgischen Husaren Regiment Nr. 1 residiert. Und in der Ex-Kreisstadt Osterburg ist die höchste Bildungsstätte auf den Namen des prominenten Askanier-Herrschers getauft – dessen Name wiederum der Sage zufolge auf seine Liebe zur Jagd auf Bären zurückgeht, die im 12. Jahrhundert in den Nordmarkwäldern heimisch waren. – Der Werbener Stadtrat will heute Abend im Rathaus eine Willenserklärung für den Wiederaufbau des Denkmals beschließen. Die öffentliche Sitzung beginnt dort um 19 Uhr. Fotos: dpa/Archiv

Von Antje Mahrhold

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