Anfang war ungewohnt

Wieder mehr Gewusel: Kinderbetreuung in Stendal läuft erneut an

Die Erzieher Ivonne Niemann und Daniel Projahn machen es sich mit ihren „Gelben Sternchen“ gemütlich.
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Die Erzieher Ivonne Niemann und Daniel Projahn machen es sich mit ihren „Gelben Sternchen“ gemütlich.

Stendal – Während es für die Eltern in der Woche nach Pfingsten wieder entspannter wird, müssen sich die Kindertagesstätten auf etwas mehr Gewusel einstellen.

Die bisher geltenden Regelungen für den Notbetrieb laufen aus und die Betreuung wird wieder normal gestartet, allerdings weiterhin mit Abstands- und Hygieneregeln.

Für die Kinder, die während der Notbetreuung zu Besuch kamen, war es eine gute Zeit, wie Einrichtungsleiterin Kathrin Lühmann von der Kindertagesstätte „Johannitersternchen“ erklärt. Statt der sonst mehr als 20 Kinder pro Gruppe waren es nach den letzten Regelungen nur noch zwölf. Die sonst bis zu 18 Kinder starken Krippengruppen waren auf sechs geschrumpft.

Das ermöglichte nicht nur den Erziehern ein entspannteres Arbeiten, auch die Kinder profitierten davon, sagt Erzieherin Ivonne Niemann, die ihre „Gelben Sternchen“ beobachtet. Eines der Mädchen konnte noch nicht laufen, als sie zu Beginn der Notbetreuung in die Einrichtung kam. Bei den kleineren Gruppengrößen hatte sie jedoch den Platz, um mit ihrem Lauflernwagen eine Runde nach der anderen um die Tische im Gruppenraum zu drehen. „Das war ein tolles Arbeiten“, bewertet Lühmann die vergangenen Wochen. Die Kinder seien entspannt gewesen und die Erzieher konnten sich in Ruhe um Kinder, Pflege und alles, was noch so anliegt, kümmern.

Für die jungen Besucher war der Anfang trotzdem ungewohnt, einige hätten sich auch gegen die neue Situation gesträubt. Um die Versorgung im Notbetrieb bestmöglich zu gestalten, wurden neue Kleingruppen gebildet, die dann jeweils von den anderen getrennt betreut wurden. „Andere Erzieher, ein anderer Gruppenraum. Und, dass die ganze Situation drumherum eine andere ist, bemerken Kinder ja auch, selbst wenn sie es nicht verstehen“, erklärt Lühmann. So war es für einige Kinder noch einmal, wie einen ersten Tag in der Kita zu erleben.

Einige hätten das locker weggesteckt, andere waren da skeptischer. Auch die seien aber meist schon am zweiten Tag freudestrahlend zurückgekommen. „Es läuft eben alles ein wenig entspannter ab mit weniger Kindern“, sagt Lühmann. „Wir haben genug Spielzeug“, stellt sie klar. Aber wenn sich weniger Kinder dieselbe Menge Spielsachen teilen müssen, gebe es auch mehr Auswahl. Und vor allem weniger Lärm. Dabei gehe es nicht nur um Kinder, die mal ein wenig knatschig sind. Auch normales Spielen sorgt für einen gewissen Geräuschpegel, erklärt Niemann und wühlt zur Demonstration in einer großen Kiste voller Duplosteine.

Für Eltern und Kinder ungewohnt war auch, dass die Essensversorgung eingestellt werden musste. Es habe sich für den Anbieter einfach nicht mehr gelohnt, nur für so kleine Kindergruppen zu kochen. „Die Eltern haben aber toll mitgemacht“, lobt Lühmann die Erziehungsberechtigten. Sie hätten schnell Tupperdosen vorbereitet, die von den Erziehern aufgewärmt werden konnten.

Wenn in der kommenden Woche die Kinder nach mehreren Wochen Pause wieder zurückkommen, müssen sie und ihre Eltern sich noch immer auf eine besondere Situation einstellen. Noch seien nicht alle Maßnahmen völlig klar, aber einiges stehe schon fest. Auch wenn die Gruppen jetzt wieder größer sind, würden sie untereinander nicht vermischt. Während der Notbetreuung waren Kinder aus einer Familie, die sonst in verschiedenen Gruppen waren, in den gleichen untergebracht. Aufgrund der großen Nachfrage mussten einige Krippenkinder auch mit in die Kindergartengruppen zu ihren großen Geschwistern.

„Die Eltern haben da teilweise mit sich gehadert“, erklärt Lühmann. Jedoch hätten sie das Angebot dann angenommen. In Zukunft werden diese Kinder wieder getrennt. An der Garderobe müssen sich Eltern auf Wartezeit einstellen. Es dürfen nur zwei von ihnen gleichzeitig mit ihren Kindern drin sein. Schilder erinnern an die neuen Hygieneregeln, die eingehalten werden müssen.

VON STEFAN HARTMANN

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