Land lässt Uenglinger L 15 ausbauen / Neue Trasse nicht in Sicht

Die Westspange ausgebremst

+
Die Landesstraße 15 in Uenglingen soll kommendes Jahr weiter ausgebaut werden. Von einer Ortsumfahrung ist allerdings noch nicht entscheidend die Rede. Foto: hertzfeld

Stendal – Eine Stendaler Westspange, um nicht zuletzt die Ortschaft Uenglingen vom wachsenden Verkehr zu entlasten, wird es auf die Schnelle nicht geben. Das Land setzt den Fokus in den nächsten Jahren weiterhin auf das bestehende Straßennetz, einschließlich der Brücken.

Nach derzeitiger Einschätzung könnten neue Ortsumgehungen und Ortsentlastungsstraßen „erst mittelfristig aufgenommen“ werden, heißt es in einem aktuellen Schreiben von Verkehrsminister Thomas Webel an Oberbürgermeister Klaus Schmotz (beide CDU), das der AZ vorliegt. Was „mittelfristig“ konkret heißt, muss sich dann irgendwann zeigen.

Eine neu gefasste L 15, der Minister nennt sie L 15 n, könnte gerade die Bereiche Uenglingen und Schernikau (Bismark) vom Verkehr der künftigen Autobahn 14 entlasten helfen, die Anschlussstelle Stendal-Uenglingen wird den Erwartungen nach reichlich Auf- und Abfahrten mit sich bringen. Der Oberbürgermeister möchte die Westspange am liebsten so rasch wie möglich im Landesverkehrswegeplan stehen sehen. Seit 2005 habe das Rathaus seine Aktivitäten wieder verstärkt, hieß es in einer Stadtratssitzung. Mit dem Bau der Stendaler Ortsumfahrung war das Thema Jahre zuvor in den Hintergrund getreten.

Der Autobahnbau liefert der Stadt zusätzliche Argumente. Das erkennt auch Webel an. Mit der Autobahn seien „nicht nur Chancen, sondern auch Belastungen verbunden“. Und weiter: „Insbesondere die Erhöhung der Verkehrsbedeutung der L 15 und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Ortslage Uenglingen gilt es frühzeitig zu betrachten.“ Eine Ortsumfahrung Uenglingen sei nicht vom Tisch. Offenbar favorisiert Stendal eine Trasse von der jetzigen L 15 bis zur B 189 bei Borstel. Die und mögliche andere Varianten wären zu untersuchen und die jeweilige Wirtschaftlichkeit müsste betrachtet werden.

Der Minister in Magdeburg erteilt dem Wunsch aus Stendal keine Absage, tritt aber deutlich auf die Bremse. Eine erste Bewertung habe es ja unabhängig davon bereits gegeben, die aber ganz offensichtlich keine klare Zusage erlaubt. Webel führt in seinem Schreiben grundsätzlich das liebe Geld ins Feld, deutliche Kürzungen des Landesetats für den Straßenbau seien ja bereits angekündigt worden. Sowohl die finanziellen als auch die personellen Kapazitäten der Landesstraßenbaubehörde seien momentan „sehr begrenzt“. Was der Minister verkünden kann: Die L 15 in der Ortslage Uenglingen selbst wird im nächsten Jahr in einem zweiten Bauabschnitt erneuert.

VON MARCO HERTZFELD 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare