Drei Jahre Haft für schweren sexuellen Missbrauch an zwei Kindern

„Wenn der Rubikon einmal überschritten ist“

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Der 42-Jährige legte ein umfassendes Geständnis ab, was sich strafmildernd auf das Urteil auswirkte.

Stendal / Jübar. Der 42-jährige K. aus Jübar ist gestern vom Stendaler Landgericht zu drei Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er sich in mindestens 13 Fällen an seiner Stieftochter und deren bester Freundin vergangen haben soll, die im Tatzeitraum zwischen zwölf und 14 Jahren alt waren.

Ermittelt wurde wegen schweren sexuellen Missbrauchs sowie Missbrauchs einer Schutzbefohlenen. Für die Tochter seiner Ehefrau spielte K. die zentrale Rolle in der Erziehung, als er wiederholt ihre Nähe suchte.

Aus dem Gericht

„Ich schätze, ich habe Liebe gesucht, die ich irgendwann in meiner Ehe nicht mehr bekam“, sagte K. Nach eigenen Angaben habe er seine Frau dabei erwischt, wie sie sich mit seinem besten Freund „vergnügte“.

Die drei Jahre Haft waren von der Staatsanwältin als Mindestmaß gefordert worden. Dabei hatte sie dem Angeklagten bereits zugute gehalten, dass dieser vor Gericht ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte. Dadurch blieb seiner Stieftochter der Gang zum Gericht erspart. Strafmildernd wirkte sich zudem aus, dass es sich bei den Taten immer wieder um ähnliche Delikte handelte. „Wenn der Rubikon einmal überschritten ist, sinkt oft die Hemmschwelle zu Folgetaten“, sagte der Richter. Doch einen Anlass dazu, die Taten als minderschwer einzuordnen, sah weder der Richter noch der Verteidiger. Im Vergleich zum ersten Prozesstag war der Angeklagte ruhig, aber kooperativ.

Nach dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft richtete auch der Verteidiger noch einige Worte an den Richter. Sein Mandant leide schon seit drei Jahren an den Konsequenzen seiner Taten. Er habe Frau, Kinder, sein Zuhause sowie sein Geld verloren. Bei diesen Worten des Verteidigers fing K. an zu weinen. Dennoch wollte er noch etwas loswerden: „Ich kann nur sagen, wie sehr mir alles leidtut, was ich getan habe. Ich wollte nie jemandem wehtun“, sagte der Angeklagte.

Für die Kosten der Verhandlungen muss der 42-Jährige aufkommen. Er hat nun eine Woche Zeit, Revision gegen das gestrige Urteil des Landgerichts einzulegen.

Von Charlotta Spöring

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