1214 Jugendliche sind aktuell ohne Job, aber: Niedrigster Wert seit dem Jahr 2007

Weniger Arbeitslose, mehr Stellen

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Stendal. Positive Signale vom Arbeitsmarkt: Nicht nur die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vormonat um 0,9 auf 11,2 Prozent gesunken. Mit 12 269 arbeitslosen Frauen und Männern sind das im Vergleich 920 Personen beziehungsweise sieben Prozent weniger als im August.

Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl allerdings an arbeitslosen Männer und Frauen um 248 oder 2,1 Prozent. Dies geht aus dem Arbeitsmarktbericht im Agenturbezirk Stendal für den Berichtsmonat September hervor. Erfreulich: Die Jugendarbeitslosigkeit weist den niedrigsten September-Wert seit 2007 auf. Im Agenturbezirk Stendal sank die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen auf 11,2 Prozent. Gegenüber dem Vormonat ist dies eine Verringerung von 0,9 Prozent. Im Vorjahresmonat betrug die Quote 10,8 Prozent.

Im Landkreis Stendal (Hauptagentur) sank die Zahl der Arbeitslosen zum Vormonat um 579 auf 7926. Damit errechnet sich für den Stendaler Landkreis eine Arbeitslosenquote von 12,8 Prozent, die sich zum Vormonat von 13,8 um einen Prozent verringerte. Der Altmarkkreis Salzwedel weist mit 4343 Arbeitslosen eine Quote von 9,2 Prozent aus. Im Vergleich zum Vormonat waren damit 341 Männer und Frauen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Im August betrug die Quote 9,9 Prozent. Die Dienststellen des Agenturbezirks weisen unterschiedliche Quoten aus. Die geringste Arbeitslosenquote registrierte die Geschäftsstelle Gardelegen mit 8,5 Prozent (9,4 Prozent im Vormonat), gefolgt von der Geschäftsstelle Salzwedel mit 9,9 Prozent (10,5 Prozent im Vormonat).

Im September gingen 368 freie Stellen von privaten und öffentlichen Arbeitgebern ein, das sind 22 Stellen oder 6,4 Prozent mehr als im Vormonat. 336 Stellen sind davon sozialversicherungspflichtig. Im Vergleich zum Vorjahr (1137) hat sich die Zahl der offenen Stellen mit 1140 kaum verändert. Die meisten offenen Stellen gibt es im Agenturbezirk als Friseur, Berufskraftfahrer, Tischler, Elektroinstallateur, Helfer (Kunststoff/Kautschuk, Anlagenmechaniker, Sanitär-, Heizung-, Klimatechnik).

Diese positive Entwicklung im September habe man erwarten können. Zudem sei eine abschwächende Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes zu erkennen, sagt Marina Kermer. Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stendal. Deutlich werde dies beim Abgang arbeitsloser Personen in Erwerbstätigkeit. Im Vorjahresvergleich haben laut Kermer knapp 30 Prozent weniger Männer und Frauen im September die Arbeitslosigkeit beendet. Andererseits meldeten sich im Vergleich zum Vor- und Vorjahresmonat weniger Menschen aus Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos. „Das lässt darauf schließen, dass die Unter-nehmen ihr Personal halten.“ Die Arbeitslosigkeit in der Personengruppe der unter 25-Jährigen konnte im Berichtsmonat erneut gesenkt werden. Ihre Zahl liegt bei 1214. Das sind 272 junge Menschen oder 18,3 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand Jugendlicher weist damit den niedrigsten September-Wert seit 2007 auf.

Für diese Entwicklung gibt es nach Angaben der Arbeitsagentur zwei Gründe: Einerseits ist dies die Folge der geburtenschwachen Jahrgänge. Andererseits ist aber auch die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen gestiegen, sodass viele Jugendliche eine Ausbildung aufgenommen haben. Gesunken sei auch die Zahl der mehr als 50-Jährigen und der Langzeitarbeitslosen. So verringerte sich die Zahl der mehr als 50-Jährigen zum August um 182 und die der Langzeitarbeitslosen um 110 Personen.

Von Arno Zähringer

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