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Weniger Arbeitslose als 2012

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Stendal. Zwar ist das Jahr 2013 noch nicht ganz zu Ende und die letzten statistischen Zahlen für den Dezember noch nicht veröffentlicht; trotzdem sprach die Altmark-Zeitung mit Heike Schittko, Interimschefin der Stendaler Arbeitsagentur über das Jahr 2013.

Wie haben sich die Arbeitslosenzahlen in diesem Jahr entwickelt? 

Bis zum November dieses Jahres haben wir einen Mittelwert von 12 870 arbeitslosen Frauen und Männern. Dieser Wert liegt unter dem Jahresdurchschnittswert von 13 500 im Jahr 2012. Auch wenn sich die Zahl der arbeitslosen Personen erfahrungsgemäß im Dezember noch einmal erhöht, werden wir unter dem Wert von 2012 bleiben.

Welchen Aufgabenschwerpunkten hatten sich Agentur und Jobcenter in diesem Jahr gewidmet? 

Einer unserer Arbeitsschwerpunkte war die Fachkräftesicherung, die wir von verschiedenen Seiten her angehen. Zuerst ist da die Ausbildungsstellenvermittlung zu nennen. Noch immer konzentrieren sich die Jugendlichen auf nur wenige bekannte Berufsbilder, in denen dann ein Überangebot an Bewerbern besteht. Unsere Aufgabe ist es, hier noch mehr in die Aufklärung zu gehen und den Jugendlichen die vielen verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten der Region vorzustellen. Die Ausbildungsmessen leisten dafür einen wichtigen Beitrag, aber wir werden hier zukünftig unsere Zusammenarbeit mit den Schulen noch weiter ausbauen.

Waren Sie noch in anderen Bereichen tätig? 

Ja, ein weiterer Fokus lag und liegt auf der bedarfsgerechten Aus- und Weiterbildung von arbeitslosen und arbeitssuchenden Männern und Frauen. Aber auch die Qualifizierungsberatung in Unternehmen, die Mitte dieses Jahres eingeführt wurde, bildet einen wichtigen Baustein im Rahmen der Fachkräftesicherung. Mit dieser neuen Dienstleistung sollen Unternehmen bei der eigenständigen Planung und Organisation einer systematischen und nachhaltigen Personalentwicklungsstrategie unterstützt werden.

Wo sehen Sie bei der Fachkräftesicherung noch Reserven? 

Eine unserer weiteren Aktivitäten in diesem Jahr war es auch, die Arbeitgeber auf bisher weniger genutzte Fachkräftepotenziale aufmerksam zu machen. Dazu gehört zum Beispiel das Projekt „Beschäftigungs-chancen für Alleinerziehende erschließen“ oder auch die „Woche der Menschen mit Behinderung“. In diesen Personengruppen verbergen sich viele Fachkräfte, die nur darauf warten auf dem Arbeitsmarkt vorurteilsfrei eine Chance zu bekommen.

Zu Beginn des Jahres haben die Arbeitsagenturen und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Initiative „Erstausbildung junger Erwachsener“ initiiert. Wie läuft das Projekt in der Altmark? 

Das Projekt richtete sich speziell an ungelernte Arbeitnehmer oder wieder ungelernte Personen, die mindestens vier Jahre nicht in ihrem Beruf gearbeitet haben. Bisher haben knapp 100 Männer und Frauen eine Umschulung begonnen, um einen Berufsabschluss zu erlangen. Unsere Aufgabe wird es auch in den nächsten Jahren sein, hier den Arbeitnehmern die Angst vor einem beruflichen Neustart zu nehmen.

Welche Aufgabe hat Sie beziehungsweise Ihre Mitarbeiter in diesem Jahr besonders gefordert? 

Das Hochwasser war ein sehr einschneidendes Ereignis für die Region. Die Arbeitsagentur und das Jobcenter haben hier schnell und auch unbürokratisch gehandelt, um den betroffenen Menschen zu helfen. Mit verschiedenen Spendenaktionen, der Einrichtung einer Telefonhotline oder Beratungsstützpunkten sowie einer vereinfachten Antragstellung zur Gewährung des Kurzarbeitergeldes hoffen wir als Jobcenter und Arbeitsagentur, einen kleinen Teil zur Linderung der Flutfolgen beigetragen zu haben.

Das Interview führte Arno Zähringer.

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