312 vermutete Behandlungsfehler

Weniger Ärztepfusch auch in der Altmark

Magdeburg / Altmark. Die Qualität der ärztlichen Behandlung ist in Sachsen-Anhalt und damit auch in der Altmark sehr hoch. Das belegen die aktuellen Zahlen der norddeutschen Schlichtungsstelle.

„Mit 312 neuen Antragsverfahren zu vermuteten Behandlungsfehlern im Jahr 2016 arbeiten unsere Ärzte qualitativ auf hohem Niveau. Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig“, erklärt Dr. Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer.

Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt ist eine von zehn Kammern, die sich bei Streitigkeiten an die norddeutsche Schlichtungsstelle wendet. 2016 wurden dort 214 Verfahren aus Sachsen-Anhalt über Schadenersatzansprüche entschieden. Bei etwa jedem vierten Fall (27,1 Prozent) stellten die Gutachter einen begründeten Anspruch eines Behandlungs- bzw. Aufklärungsfehlers fest, aus dem im Ergebnis die Behandlung durch diesen Fehler nicht zum gewünschtem Erfolg führte. Im Umkehrschluss heißt das: In 69 Prozent der Anträge konnte kein schuldhaftes Vergehen festgestellt werden und bei vier Prozent wurde ein Fehler registriert, der jedoch nicht Ursache für den ausbleibenden Behandlungserfolg war.

9166 berufstätige Ärzte kümmern sich um ihre Patienten. Bei jährlich 16 Millionen ambulanten Behandlungen sowie mehr als 600 000 vollstationären Behandlungen in sachsen-anhaltischen Krankenhäusern sei das eine sehr geringe Zahl von Beanstandungen. Die geprüften Behandlungsfälle kommen zu 85 Prozent aus dem Klinik- und 15 Prozent aus dem niedergelassen Bereich. Arthrosen, Frakturen und Bandscheibenschäden waren 2016 die häufigsten Krankheiten, die einen Antrag an die Schlichtungsstelle zur Folge hatten.

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