Gymnasiasten schaffen 30 Meter DNA-Doppelhelix aus Papier

Stendal: Weltrekord missglückt

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Lilli und Sophie aus der 8b halten die ersten Teile des DNA-Strangs aus Papier mit ihrem Lehrer Dr. Florian Scheffler.

kr Stendal. Die Stendaler Winckelmann-Gymnasiasten wollten einen Weltrekord aufstellen, der jedoch missglückte. Ein Rekord für die Rolandstadt ist die Papier-DNA-Doppelhelix aber allemal.

Vor einem dreiviertel Jahr war bei den Gymnasiasten und ihrem Lehrer Dr. Florian Scheffler die Idee gereift, den momentanen Weltrekord einer Papier-DNA-Doppelhelix zu überbieten. Der aktuelle Rekord liegt bei 50 Metern und wurde in Kanada aufgestellt. Nun lag es am Ehrgeiz der freiwilligen Bastler. Die Doppelhelix musste ausgeschnitten, richtig gefalzt und die Einzelteile aneinander geklebt werden, sodass ein DNA-Strang aus Papier entsteht.

Im Rahmen des Schulfestes gab es nun das ernüchternde Ergebnis: Die Winckelmann-Gymnasiasten schafften knapp 30 Meter Papier-DNA.

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DNA-Doppelhelix

Jede lebende Zelle enthält als Erbmaterial DNA (engl. Desoxyribonucleicacid), auf der wie aufgefädelt hintereinander die Gene liegen. DNA ist ein fadenförmiges Molekül, das aus zahlreichen kettenartig miteinander verbundenen Modulen aufgebaut ist, die Nucleotide genannt werden. Nucleotide sind Moleküle, die sich aus drei Bestandteilen zusammensetzen: Zucker (Desoxyribose), stickstoffhaltige Base (Adenin, Guanin, Cytosin oder Thymin) und Phosphorsäure. Zwei lange DNA-Ketten sind miteinander zu einer Doppelhelix verdreht.

Die in jedem Nucleotid konstanten Teile bilden ein Zucker-Phosphat-Rückgrat außen an der Helix. An der Innenseite der Helix liegen die Basen, die mit den gegenüberliegenden Basen des anderen Strangs verbunden sind. Einem Adenin (A) des einen Strangs steht immer ein Thymin (T) des anderen Strangs gegenüber und Guanin (G) paart stets mit Cytosin (C). Nur diese A-T, G-C bzw. T-A, C-G Basenpaare und keine anderen Kombinationen sind möglich, weil die entsprechenden Basen wie Schlüssel und Schloss zueinander passen.

Aufgrund der speziellen 3D-Struktur eines einzelnen DNA-Strangs können sich die richtigen Basenpaare nur bilden, wenn die Stränge in entgegengesetzte Richtung (antiparallel) verlaufen. Vergleicht man eine DNA-Doppelhelix mit zwei verschlungenen Schlangen heißt das, dass der Kopf der einen Schlange bei der Schwanzspitze der anderen zu liegen kommt und umgekehrt.

Eine DNA-Doppelhelix ist so gewunden, dass sie pro Umdrehung 10 Basenpaare enthält. Man kann sie sich auch als rechtsgewundene Wendeltreppe vorstellen, wobei die Basenpaare die Stufen bilden und das Zucker-Phosphat-Rückgrat die Geländer darstellt.

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