297. Friedensweg für eine zivile Heide in Uchtspringe

„Die Welt ist aus den Fugen“

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Rund 30 Teilnehmer trafen sich zum 297. Friedensweg für eine zivile Heide am gestrigen Sonntag in Uchtspringe. Die gemeinsame Wanderung führte, vorbei an den Uchtequellen, an die Grenze des Truppenübungsplatzes.

Uchtspringe. Rund 30 Demonstranten trafen sich am Sonntag in Uchtspringe zum 297. Friedensweg der Bürgerinitiative „Offen(e) Heid(e)“ für eine ausschließlich zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide.

Auf einer Kundgebung mahnten die Friedensaktivisten vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Weltlage zur Zurückhaltung Deutschlands.

Dass in der Heide für Auslandseinsätze der Bundeswehr geübt wird, sei Vorbereitung auf den Krieg. „Die Welt ist aus den Fugen“, sagte Joachim Späth. Die aktuellen Diskussionen über die schlechte Ausrüstung der Bundeswehr sieht er als Ansatz für eine „PR-Kampagne“, um eine massive Aufrüstung zu rechtfertigen. Den Ort der Veranstaltung nahm der Gardelegener Ernst Niemann zum Anlass, um an die Verbrechen der Nazis zu erinnern. In der damaligen Nervenheilanstalt Uchtspringe seien Zwangsterilisationen durchgeführt und Euthanasiemorde an behinderten Menschen verübt worden.

Die gemeinsame Wanderung führte, vorbei an den Uchtequellen, an die Grenze des Truppenübungsplatzes. In der Colbitz-Letzlinger Heide betreibt die Bundeswehr das modernste Gefechtsübungszentrum Europas. Wenn die Bundeswehr übt, fällt dank neuester Lasertechnik kein scharfer Schuss. Ein Erfolg der Friedensaktivisten. Die Bürgerinitiative „OFFENe HEIDe“ kämpft seit 1993 für eine zivile Heide. Sie treffen sich an jedem ersten Wochenende im Monat.

Der 300. Friedensweg wird im Juni am Ausgangspunkt dieser langjährigen Protestaktion, an der Barriere Zienau, bei Gardelegen stattfinden. Der Ostermarsch-Friedensweg startet am 2. April auf dem Marktplatz in Letzlingen. Motto: „An Kriege gewöhnen? Niemals!“

Von Christian Wohlt

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