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Weißewarte: Landkreis kündigt Entziehung der Zoogenehmigung an

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Von: Stefan Hartmann

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Ein Wapitit mampft genüsslich Stroh.
Die Versorgung der Tiere im Wildpark Weißewarte ist noch bis Sonnabend, 5. November, sichergestellt. © Hartmann, Stefan

Der Wildpark Weißewarte steht vor der Schließung. Noch rund eine Woche Zeit bleibt, bis ihm die Zoogenehmigung entzogen wird.

Stendal / Weißewarte – Im und um den Wildpark Weißewarte überschlagen sich die Ereignisse. Während die Hoffnung auf einen möglichen neuen Betreiber noch nicht ganz aufgegeben ist, hat der Landkreis Stendal den nächsten Schritt gemacht: Noch ist die Zoogenehmigung nicht entzogen, aber im Kalender ist sie schon eingetragen. „In Auswertung der vorgelegten Unterlagen wird der Landkreis die Schließung des Wildparkes zum 6. November 2022 anordnen, da die Zoogenehmigung zu diesem Zeitpunkt widerrufen werden muss“, ist in einer Mitteilung aus dem Büro des Landrates zu lesen.

Mit Schreiben vom 14. Oktober war die Wildpark Weißewarte gGmbH aufgefordert worden bis Mittwoch, 26. Oktober, mitzuteilen, welche Person künftig sachkundig und weisungsberechtigt ist, zwei Personen zur Betreuung des Tierbestandes zu benennen und ein Zukunftskonzept vorzulegen. Nachdem die eingereichten Unterlagen ausgewertet worden waren, habe die Schließung des Wildparks zum 6. November angekündigt werden müssen, führt die Kreisverwaltung weite raus. Grund dafür sei der weiterhin fehlende Nachweis über Personal zur sachkundigen Versorgung der Tiere. Dieses Personal sei nur bis zum 5. November nachgewiesen. Sorgen darum, dass die Tiere keine Versorgung erhalten, müsse sich jedoch niemand machen. „Sollte der Halter der Tiere nicht in der Lage sein die Versorgung zu sichern, bereitet sich der Landkreis darauf vor, notfalls die Ersatzvornahme durch entsprechende Dienstleister sicher zu stellen. Die Kosten dafür hat der Halter der Tiere zu tragen.“

Eine gewisse Enttäuschung über die derzeitige Entwicklung in Weißewarte war dem Landrat Patrick Puhlmann (SPD) schon bei einer Pressekonferenz am 26. Oktober, dem Tag, an dem die Fristsetzung später auslaufen sollte, anzumerken. Tausende Arbeitsstunden seien nicht nur vom Landkreis, sondern auch von der Einheitsgemeinde Tangerhütte aufgewendet worden, um zuerst nach der Erteilung der Zoogenehmigung jetzt wieder vor solch großen Problemen zu stehen. Immerhin einige hätten jedoch auch in der kürzesten Vergangenheit behoben werden können. So seien in der Vorwoche Probleme bei der Fütterung festgestellt worden. Nach der Kontrolle hätten diese jedoch behoben werden können. „Uns wurde nun aufgezeigt, dass für die nächste Woche tatsächlich ausreichend Personal zur Verfügung steht, sodass einer Öffnung bis zum 5. November aus unserer Sicht nichts entgegensteht“, erklärte Puhlmann. Der Ablauf dieses Datums muss nicht das Ende des Wildparks bedeuten. Ganz aufgegeben ist er noch nicht: Ein Interessent für den Weiterbetrieb habe sich im Veterinäramt vorgestellt. Ideen für die Zukunft seien offenbar vorhanden. „Ein Konzept für den Wildpark und für das notwendige Personal liegt uns noch nicht vor.“

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