Landkreis Stendal

Impfungen eingeschränkt

Zahlreiche Menschen stehen hintereinander in einer Warteschlange.
+
Die Menschen im Landkreis Stendal wollen sich impfen lassen und stehen dafür teilweise stundenlang Schlange. Doch es gibt nicht genügend Impfstoff.
  • VonStephan Ernst
    schließen

Wegen aktueller Knappheit des Covid-19-Impfstoffs müssen die geplanten öffentlichen Impfaktionen im Landkreis Stendal kleiner ausfallen als ursprünglich vorgesehen und bisher praktiziert. Das hat gestern die Kreisverwaltung mitgeteilt.

Stendal – Das betrifft:

• Seehausen, Feuerwehr, Otto-Nuschke-Straße 34, am 2. Dezember,

• Havelberg, Sportforum, Lindenweg 1, am 2. Dezember,

• Osterburg, ALS-Gebäude, Platz des Friedens 3, am 3. Dezember,

• Arneburg, Stadthalle, Bahnhofstraße 14, am 6. Dezember,

• Stendal, Katharinenkirche, Schadewachten 48, am 7. Dezember.

Alle Impfaktionen finden jeweils von 10 bis 17.30 Uhr statt. Zu Beginn jedes Termins um 10 Uhr werden Karten ausgegeben.

„Wir standen gestern Vormittag vor der Entscheidung: Machen wir weiter wie bisher, impfen im Modus Maximum und riskieren, dass ganze Impfaktionen in ein, zwei Tagen komplett abgesagt und verschoben werden müssen? Oder: Passen wir den Kurs an, ohne die Marschroute zu verlassen, um ans Ziel zu kommen? Und das heißt: Weitgehend flexible Impfangebote in der Fläche. Ein System, das gut angenommen wird und dem Wunsch der Verantwortlichen auf kommunaler Ebene und Bürgern entspricht“, schilderte Landrat Patrick Puhlmann die aktuelle Situation bei einer gestern kurzfristig angesetzten Pressekonferenz am Nachmittag. „Wir leisten unseren Beitrag zur Beschleunigung der landesweiten Impfkampagne, haben unser Schritttempo dementsprechend angezogen, verlängern bei großer Nachfrage wie vergangenen Sonnabend um fünf Stunden und sind nun gezwungen, mit weniger als halber Kraft zu fahren“, äußert der Landrat Unverständnis für die schleppende Impfstoffversorgung und Rationierung der Impfstoffe auf Bundesebene. Im Landkreis Stendal kamen beispielsweise von bestellten 195 Vials = 1.170 Dosen Biontech ohne Vorwarnung nur 35 Vials = 210 Dosen an. „Das sorgt für Ärger, nicht nur für Kopfschütteln – bei uns Organisatoren genauso wie bei den Impfwilligen“, Es sei jetzt schon eine zunehmende Verschärfung des Tonfalls gegenüber dem mobilen Impfteam festzustellen. Das gehe bis hin zu grenzwertigen Beschimpfungen und Anfeindungen. „Wenn wir uns jetzt nicht alle zusammenreißen, haben wir bald zwar wieder Impfstoff, aber kein Impfpersonal mehr“, prophezeite Puhlmann.

Für kommenden Dienstag, 7. Dezember, sei folgendes bestellt:

• 7000 Dosen Moderna

• 1500 Dosen Johnson & Johnson

• 1020 Dosen Biontech (limitierte Höchstmenge).

Kommen die Lieferungen an wie bestellt, könne ab 8. Dezember wieder ohne Beschränkung auf 250 Personen pro Impfaktion gearbeitet werden, so Puhlmanns Zusage.

Von einer vorherigen Terminvergabe nimmt der Landkreis Stendal bis auf weiteres Abstand. „Genau diese Hürde galt es ja vor nicht allzu langer Zeit abzuschaffen. Außerdem würden gerade die Älteren beim zu erwartenden Windhundrennen den Kürzeren ziehen“, begründet Patrick Puhlmann. Auf die zunehmende Forderung zur Wiederbelebung eines Impfzentrums äußert er: „Diese Zusatzoption, und mehr kann das nicht sein, wägen wir ab. Nicht erst seit heute. Unser Plan, die Menschen dort abzuholen wo sie sind, nämlich wohnortnah, das geht ja auf. Und jetzt, wo Impfstoff rationiert und knapp wird, macht die Reaktivierung eines Impfzentrums wenig Sinn. Dennoch bereiten wir auch die Öffnung eines Impfzentrums vor, damit es dann auch zügig gehen kann, wenn wieder ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.“ (pm)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare