Stadt plant fest Budenzauber und Eisbahn

Weihnachtsmarkt 2021: Stendals Engel hängt noch in den Wolken

Oberbürgermeister, Weihnachtsengel und Weihnachtsmann zeigen sich 2019 auf Stendals Marktplatz.
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Oberbürgermeister Klaus Schmotz, Weihnachtsengel Karlotta Boetzer und der Weihnachtsmann 2019. Das Stadtoberhaupt kann dieses Jahr noch einmal einen Weihnachtsmarkt eröffnen, seine dritte und letzte Amtszeit endet erst im Sommer. Ob ein Weihnachtsengel auftreten wird, ist noch offen. Der Rauschebart dürfte schwer auszuladen sein.
  • Marco Hertzfeld
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Stendals Weihnachtsengel hängt noch in den Wolken. Fest plant die Stadt Weihnachtsmarkt und Kunsteisbahn. Wie das Bühnenprogramm zum Budenzauber 2021 aussehen kann, bleibt abzuwarten.

Stendal – Für das städtische Veranstaltungsmanagement in Stendal ist längst Weihnachten. Der traditionsreiche Weihnachtsmarkt in der Hansestadt soll genauso stattfinden wie die Kunsteisbahn, ein weiterer Besuchermagnet. Corona und womöglich wieder verschärfte Pandemieregeln könnten allen einen Strich durch die Rechnung mache, vergangenes Jahr musste beides nach einigem Hin und Her und auch politischer Diskussion abgesagt werden. Für 2021 könnte die Lage durchaus eine andere sein, die Inzidenzen sind aktuell niedrig und relativ stabil. Doch in die Glaskugel schauen, kann auch Stadtsprecher Armin Fischbach nicht. Was er weiß: Der Weihnachtsmarkt steht für den 9. bis 12. Dezember im Kalender, die Eisbahn für den 9. Dezember bis weit ins neue Jahr, bis zum 20. Februar.

Eine Kunsteisbahn hat mittlerweile auf dem Winckelmannplatz ihren festen Platz. Im vergangenen Jahr ist das Spektakel genauso wie der Weihnachtsmarkt allerdings abgesagt worden. 2021 soll sie wieder im Herzen der Stadt aufgebaut werden.

Die kommunalen Veranstaltungsmanager planen „derzeit fest mit einem Weihnachtsmarkt, der unter den dann geltenden Hygienemaßnahmen“ realisiert werden kann. Wie genau das Hygienekonzept aussehen werde, lasse sich indes noch nicht abschließend sagen, da die im Dezember geltenden Regeln schlichtweg noch nicht bekannt sein können. „Die jüngst aufgeflammte Diskussion um einen deutschen ,Freedom Day’ zeigt, dass bezüglich der generellen Marschrichtung noch keine Einigkeit besteht. Dafür bleibt die Pandemie zu unberechenbar“, meint Rathaussprecher Fischbach auf Nachfrage der AZ und verweist noch auf den Lockdown Light ab November 2020 und die anschließende Notbremse. Freedom Day meint hier das Auslaufen aller Corona-Maßnahmen zum festen Enddatum.

Freedom Day kann befeuern

Wohin die Reise auch geht, ein Weihnachtsmarkt in der Kreisstadt Stendal hat mehr oder weniger seinen festen Platz. Buden und Stände stehen vor allem auf dem Marktplatz sowie entlang des Kornmarkts und der Marienkirchstraße. Gewisse Regeln für derartige Veranstaltungen existierten schon vor Corona. „Absperrungen gab es auch schon zu den vergangenen Weihnachtsmärkten. Und sollten Kontrollen vorgesehen sein, werden diese an den Absperrungen durchgeführt“, erläutert Fischbach in dieser Woche. Und weiter: „Außer Frage steht, dass Abstände gewahrt werden müssen. Das heißt, die Stände an sich werden weiter auseinanderstehen müssen. Sollten die Eindämmungsbestimmungen wieder schärfer werden, könnte notfalls auf die Bühne mit Programm verzichtet werden.“

Das dürfte gerade Musiker und andere Künstler und dem Weihnachtsmann nicht sonderlich gefallen. Fischbach noch einmal dazu: „Das gewohnte Bühnenprogramm kann auch mit vergleichsweise wenig Vorlauf anberaumt werden. Da wir aktuell aber noch nicht mit Sicherheit sagen können, dass wir eine Bühne haben, gibt es hierzu bislang noch nichts zu sagen.“ Das bedeutet auch: Selbst der Stendaler Weihnachtsengel, in jüngerer Zeit an der Seite des Rauschebartes aus dem hohen Norden, hängt sozusagen noch in den Wolken. Wichtig sei das Stelldichein allemal. Öffentliche Feste und Veranstaltungen generell seien „sehr wertvoll für die Stiftung eines Gemeinsinns“. Und: „Das Gefühl von Gemeinschaft und Zusammenhalt sollte uns besonders in der Weihnachtszeit wichtig sein.“

Bühne momentan nicht garantiert

Der Rathaussprecher hat noch weiter ins Geschichtsbuch geschaut. „Die ursprünglichen Traditionen, auf die Weihnachtsmärkte zurückgehen, lassen sich bis auf spätmittelalterliche Märkte und Messen zurückverfolgen. Im gesamten deutschsprachigen Raum der damaligen Zeit lassen sich in diversen Orten Märkte zum Beginn der kalten Jahreszeit nachweisen.“ Ein Dezembermarkt in Wien etwa sei schon für das Jahr 1296 belegt. Ein Nikolausmarkt in München ist demnach 1310 erstmals urkundlich erwähnt worden. „Kurz gesagt: Weihnachtsmärkte sind ein wichtiges Stück deutschen Kulturguts, das wir auch in der Hansestadt Stendal sehr gerne pflegen möchten.“ Rathaussprecher Fischbach jedenfalls scheint bereits ein Stück weit in Vorfreude auf alles.

Sprecher: Wichtiges Stück Kulturgut

Vorbereitet werde die Eisbahn ebenfalls unter den derzeit geltenden Hygienemaßnahmen. Sie soll wieder auf dem Winckelmannplatz aufgebaut sein und quasi mit dem Weihnachtsmarkt starten. Allerdings hakt es hier noch. Fischbach: „Nach der fehlgeschlagenen Ausschreibung, auf die sich in den politischen Gremien verständigt wurde, müssen für den konkreten Betrieb derzeit noch Verhandlungen geführt werden.“ Womöglich bergen Coronaerscheinungen oder zumindest die Folgen daraus noch einige Fallstricke. Erstmals nach 15 Jahren hatten die Stendaler 2016 wieder eine Kunsteisbahn. Das eisige Vergnügen im Herzen der Stadt hat sich bereits zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt, auch wenn das Wetter nicht immer mitspielte und die Kosten zeitweise aus dem Ruder zu laufen schienen.

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