Urteil vor dem Landgericht Stendal

Wegen versuchter sexueller Nötigung: Pastor aus dem Kirchenkreis Salzwedel zu drei Jahren Haft verurteilt

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Der 60-jährige Pastor im Saal 218 des Stendaler Landgerichts: Am Mittwoch wurde er zu drei Jahren Haft wegen versuchter sexueller Nötigung verurteilt.

Stendal – Der wegen versuchter sexueller Nötigung angeklagte 60-jährige Pastor aus dem Kirchenkreis Salzwedel ist am Mittwoch durch das Landgericht Stendal zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden.

Drei Monate davon gelten aufgrund der mehrjährigen Verfahrensdauer als vollstreckt. Das Urteil der Strafkammer ist noch nicht rechtskräftig; die Frist für eine Revision beim Bundesgerichtshof endet in einer Woche.

Zugunsten des Angeklagten hätten sich sein Teilgeständnis und seine vorherige Unbescholtenheit ausgewirkt, hieß es am Mittwoch seitens des Landgerichts. Zudem drohten ihm noch disziplinarische Maßnahmen seines Dienstherren, der Kirche. Auch dies wurde beim Strafmaß berücksichtigt – theoretisch wären ein bis 15 Jahre Freiheitsentzug möglich gewesen.

Der heute 60-Jährige hatte im Spätsommer 2016 seine ehemalige Geliebte ohne deren Wissen bei einer Online-Plattform als Sexobjekt angeboten. Zwei Interessenten, die ebenfalls ahnungslos waren, habe der Pastor so instruiert, dass diese seine ehemalige Freundin notfalls auch vergewaltigen würden.

Die ganze Sache flog auf, als sich das mittlerweile misstrauische Opfer und einer der Interessenten aussprachen und anschließend zur Polizei gingen. Dies setzte jahrelange Ermittlungen in Gang, die nun im Urteil mündeten.

VON JENS HEYMANN

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