Nobody Knows präsentierten zweites Lyrik-Album in Stendals Katharinenkirche / Erstmals Burger Kabarett Cat-Stairs dabei

Mit den Webern zur musikalischen Revolution

Das rote Wesen Elmo aus der Sesamstraße war ein Fangeschenk und ebenso wie rund 200 Besucher beim Konzert von Nobody Knows dabei. Präsentiert wurde das zweite Lyrik-Album.

bl Stendal. Mit einem schul-inspirierten Bühnenbild samt Globus, Tafel und alten Schulbänken haben die Musiker von Nobody Knows am Freitagabend in der ausverkauften Katharinenkirche in Stendal nach knapp zwei Jahren Produktionszeit ihr zweites Lyrik-Album präsentiert.

Passend zum Album-Titel „Lyrik im Anzug“ in schwarzen Anzügen und roten Hemden eröffnete die Band den Abend mit Goethes Faust und spielte dann eine Auswahl vertonter deutscher Lyrik von Walther von der Vogelweide über Fontane und Eichendorff bis hin zu Heine.

Allerdings mussten Nobody Knows beim Konzert aus Krankheitsgründen auf ihren Pianisten Maxx Heinrichs verzichten, der gemeinsam mit Band-Chef Max Heckel das Gros der Album-Produktion gestemmt hatte. „Aber er würde sich über eine Postkarte sehr freuen“, pries Heckel das Postkartenset an, dass die Band zusammen mit Album anbot und welches die Kunstwerke von Michaela Herbst aus dem Booklet beinhaltete. Und nachdem die Lorelei von Heines Gedichtform in die sächsische Mundart wechselte und für lautes Gelächter sorgte, wurde die musikalische Revolution ausgerufen. Dem Gedichtinhalt entsprechend mit den Schlesischen Webern, ebenfalls von Heine. Dass es nicht immer die düstere Schul-Interpretation des Weber-Stoffs sein muss, bewiesen die Musiker mit ihrer ganz eigenen Vertonung.

Erstmals erhielten Nobody Knows bei ihrem Konzert Unterstützung vom Burger Kabarett Cat-Stairs, das mit szenischer Gestaltung von meist nicht besonders beliebten Schul-Gedichten ebenfalls das Vorurteil von immer gleicher Interpretation auflöste, ohne das Nobody Knows im Vorfeld selbst wussten, was die Truppe vorbereitet hatte. Dass man Goethes „Willkommen und Abschied“ auch durchaus als Gespräch zweier alternder Männer über die attraktive Krankenschwester verstehen kann, brachte den jungen Kabarettisten die Gunst des Publikums ein, welches die komischen Elemente zu schätzen wusste.

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