Fraktionen unsicher über Nutzen

Wasserspiel ist politisch umstritten

Stendal. Die Planung für ein Wasserspiel auf dem Stendaler Marktplatz ist weit vorangeschritten. Wie es aussehen könnte – eine Grafik gibt es bereits. Wie es finanziert werden kann? Geklärt. Aber: Der Beschluss, ob die Fontäne überhaupt gebaut werden sollte, fehlt noch.

Und weder die am Marktplatz anliegenden Unternehmen samt vielen Stendalern, die sich das Wasserspiel gewünscht hatten, entscheiden – noch die durchaus aufgeschlossene Verwaltung der Stadt Stendal. Sondern der Stadtrat. Und die Mitglieder des Stadt-Parlaments sind derzeit noch skeptisch. Durch die eh stattfindende Sanierung des Platzes und derzeit bereitstehendes Geld wäre der Zeitpunkt zwar günstig. Aber man fragt sich, wo man das Geld besser nutzen könnte.

„Wie sollen wir erklären“, fragte etwa CDU/Landgemeinden-Stadtrat Marcus Schober nun im Finanzausschuss, „dass wir ein Wasserspiel machen, aber in den Ortschaften kein Geld da ist.“ Die Beispiele für andere Nutzungen wären lang: Sanierung von Feuerwehrhäusern, Dorfgemeinschaftshäusern, Straßen.

Auch die Fraktionsvorsitzenden sind skeptisch: Joachim Röxe (Linke/Grüne) sagt: „Wir können es uns vorstellen. Aber ob es das dringendste ist, was gemacht werden muss, ist uns nicht klar.“ Reiner Instenberg (SPD, FDP, Piraten, Ortsteile): „Die Idee ist gut. Aber eine Belebung des Marktes hängt auch von einem gastronomischen Angebot auf dem Markt ab.“ Und dabei störten auch Parkplätze am Markt. Hardy Peter Güssau (CDU/Landgemeinden): „Solange wir Mängel bei Fußwegen, Straßen, Feuerwehren oder bei den Investitionen in den Ortsteilen haben, solange ist es schwer, eine Erklärung abzugeben.“

Tatsächlich könnte man mit dem Geld, das zum Teil aus Mehreinnahmen bei der Städtebaulichen Entwicklung stammt (AZ berichtete) auch Anderes finanzieren: Die Stadt hätte die Sanierung mancher Straßen im Programm. Aber Georg-Wilhelm Westrum, Leiter des Bauamtes machte im Finanzausschuss eindringlich klar: „Wenn wir es jetzt nicht machen, ist es für die kommenden zehn, fünfzehn Jahre tabu.“

Von Kai Hasse

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare