Verwaltung lehnt Automaten nicht grundsätzlich ab, gibt aber einiges zu bedenken

Wasserspender in Stendal? Säulen oft Ziel von Vandalen

+
Diese Trinkwassersäule steht in Frankfurt.

Stendal – Die aktuellen Temperaturen bringen auch den kühlsten Kopf zum Schwitzen. Um Flüssigkeitsmangel im Körper zu vermeiden, ist es wichtig, viel zu trinken. Doch nicht immer hat man unterwegs eine Wasserflasche dabei. Und was, wenn die plötzlich leer ist?.

Deutschlands Großstädte Hamburg und Frankfurt am Main machen es vor: Sie haben an gleich mehreren öffentlichen Orten Trinkwassersäulen aufgestellt, an denen Bürger unterwegs kostenlos ihren Durst stillen und ihre Flaschen auffüllen können.

Auch in Stendal würden sich die Automaten sicher gut machen. „Prinzipiell lehnt die Hansestadt Stendal diesen Vorschlag nicht ab“, schreibt Rathaussprecher Armin Fischbach. Jedoch seien die Wasserspender mit erheblichem Aufwand verbunden. „Die prinzipiell geringen Kosten potenzieren sich schnell, wenn Sie im öffentlichen Raum aufgestellt werden“, meint der Sprecher.

Um die nützlichen Säulen aufstellen zu können, bedürfe es zunächst einer Baugenehmigung. Auch müsse sich um Wartung und Qualitätssicherung des Wassers gekümmert werden. Auch die Anwohner seien zu beteiligen. Die größte Herausforderung sei aber die Sicherstellung der Hygiene. „Solche Trinkwasserstellen sind oftmals Ziel von Vandalismus oder Verunreinigungen“, erklärt Fischbach. Für die Pflege der Trinkwassersäulen müsse außerdem weiteres Personal eingestellt werden.

Einige Wasserspender gibt es im Stadtgebiet dennoch, wenn auch nicht für jedermann zugänglich. Die Stendaler Stadtwerke haben einigen Grundschulen, Gymnasien, Sporthallen und Kindertagesstätten einen solchen spendiert. „Besonders gute Erfahrungen wurden in der Juri-Gagarin-Grundschule gemacht“, sagt der Sprecher. Der Wasserspender existiert dort bereits seit 1998. Er habe sich in der Schule trotz anfänglicher Bedenken „schnell und gut etabliert“. Ähnlich verhalte es sich mit dem Gerät im Berufsschulzentrum.

Auch seitens der Politik gab es bereits Vorstöße in Richtung einer kostenlosen Trinkwasserversorgung. Anfang des Jahres schlug die Fraktion Die Linke-Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat vor, dass sich die Stadt an dem System „Refill“ beteilige und erntete Zustimmung. Alle Orte mit dem „Refill“-Aufkleber stellen kostenfreies Leitungswasser bereit. Bleibt abzuwarten, ob sich, wie erhofft, städtische Institutionen an dem Projekt beteiligen.

VON CHARLOTTA SPÖRING

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare