Dienstjubiläum am Beckenrand: Klaus Gehrke ist aber auch als Nikolaus bekannt

Das Wasser macht ihn locker

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Klaus Gehrke wacht seit einem Vierteljahrhundert am Beckenrand des einzigen Schwimmbads der Verbandsgemeinde in Werben. Freigeschwommen hat sich der 54-Jährige als Fünfjähriger.

Werben. Seine Schwimmmeister-Urkunde hat Anfang 1990 noch ein Staatssekretär für Körperkultur des Rates des Bezirkes in Magdeburg unterschrieben. „Gut“ lautete das Abschlussprädikat von Klaus Gehrke, der seit einem Vierteljahrhundert in Werben das Badevolk behütet.

„25 Jahre am selben Arbeitsplatz“, zollt Verbandsgemeinde-Bürgermeister Eike Trumpf am Donnerstagnachmittag im Goldbecker Verwaltungsamt dem Einsatz des 54-Jährigen Respekt. Und schenkt ihn zum Dienstjubiläum Ehrenurkunde und zartweiße Orchideen im Topf.

Gehrke schwamm sich als Fünfjähriger frei, nachdem ihn sein Großvater in Arendsee „über Bord“ warf. Wer angeln wolle, der müsse auch schwimmen können, ordnete der Opa seinerzeit an – und ebnete damit seinem Enkel seinen späteren Berufsweg. Als gelernter Baufacharbeiter war Gehrke von der Zweigstelle Giesenslage der Werbener LPG Wische-Obst im Januar 1990 ins Schwimmbad der weltkleinsten Hansestadt delegiert worden. Der 29-Jährige brachte Rettungsschwimmer-Erfahrung mit, die er etwa 1979 bei den Grenztruppen in Perleberg erworben hatte. In der Elbe-Schwimmhalle in Magdeburg absolvierte er dann Anfang 1990 das Schwimmmeister-Zertifikat. „Je länger man den Job macht, um so lockerer wird man“, plaudert Gehrke. So manche wassergefährliche Situation meisterte er schon. Wie etwa die, als sich eine sechsjährige Nichtschwimmerin nach der Modernisierung des Schwimmbads 2004 noch nicht so genau auskannte und versehentlich ins tiefe Becken spazierte. „Mädchen, wir haben doch umgebaut“, sagte ihr Gehrke nach der Rettung.

Wenn keine Badesaison ist, ist der 54-Jährige als Hausmeister im Einsatz – und zu Weihnachten als Nikolaus.

Von Antje Mahrhold

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