Der Natur auf der Spur

Waldjugendspiele für Börgitzer Grundschüler

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Viel zu erleben gab es für die Mädchen und Jungen der Börgitzer Grundschule bei den Waldjugendspielen.

Börgitz – Einmal im Jahr bleiben in der Schulzeit die Klassenräume der Börgitzer Grundschule leer. An diesem Tag finden die Waldjugendspiele statt.

Britta Homm von der Revierförsterei Lüderitz sowie Kollegen und Kolleginnen des Betreuungsforstamtes Letzlingen vom Landeszentrums Wald in Sachsen-Anhalt organisieren bereits seit vielen Jahren die olympischen Spiele rund um den Wald und die Natur.

Die sechs Schulklassen wanderten einige Hundert Meter zum Waldgebiet zwischen Volgfelde und Börgitz. 111 Jungen und Mädchen der Börgitzer Grundschule bildeten elf klassenübergreifende Gruppen und durchstöberten den Volgfelder Wald, erfuhr die AZ von Schulleiter Olaf Götzky vor Ort. Auf einem Rundweg verteilt, stellten an elf Stationen die Kinder ihr Wissen über die Bewohner des Waldes, dessen Geräusche, Bäume, Sträucher und Früchte unter Beweis. Sie erfuhren wichtige Fakten über die Arbeitsgeräte des Försters und des Waldarbeiters und mussten auch ihre Sportlichkeit beweisen. Die Stationsbetreuung übernahmen die Mitarbeiter des Betreuungsforstamtes Letzlingen.

„Wo kommt der Sauerstoff her?“, fragte Britta Homm von der Revierförsterei Lüderitz in die Runde. Ihr Gegenüber auf dem Waldweg standen Schüler der ersten bis zur vierten Klasse. Sie riefen ihr zu: „Von den Bäumen.“ In einer Reihe aufgestellt, transportierten die Jungen und Mädchen einen Löffel voll Wasser ganz langsam wie ein rohes Ei von einem zum anderen. So verdeutlichte sie ihnen die Fotosynthese. An einer weiteren Station bestimmten die Grundschüler Laub- und Nadelbäume sowie Sträucher. Im Handumdrehen ordneten sie die Zweige und Früchte den Schildern zu.

Ein Kasten, in den man nicht rein sehen konnte, sondern nur rein greifen, kostete zuerst Überwindung, doch dann erfühlten die Jungen und Mädchen die Gegenstände. Die Tiere des Waldes warteten bereits geduldig. Keine Sorge sie waren alle ausgestopft. Daher war es für die Kinder ungefährlich, sie zu streicheln. Sie erfuhren, dass es bereits über eine Million Waschbären in Deutschland gebe. Sie sind die modernen Diebe in der Tierwelt, machen aber auch vor den Mülltonnen zu Hause nicht halt.

Das größte Tier in den hiesigen Wäldern sei der Rothirsch und der größte Vogel der Kolkrabe. Dieser stehe unter Naturschutz und darf nicht gejagt werden. Am häufigsten sehen wohl die Kinder Rehe und Rehböcke im Wald. Die Geweihe der Hirsche, die wie Schaufeln aussahen, konnten sie nur gemeinsam hochheben. Ein großes Puzzle bereitete den Grundschülern zuerst Schwierigkeiten. Im Team legten sie dann sehr schnell die Teile zusammen, und ein Dachs zeigte sich auf dem Puzzle.

Den Kindern bereitete dieser etwas andere Unterrichtstag sichtlich viel Spaß, und der Wald wurde für sie ein besonderes Erlebnis. Natur erfahrbar zu machen, sei ein Anliegen der jährlich organisierten Waldjugendspiele. Wälder gehören heute nicht mehr selbstverständlich zur Lebenswelt vieler Kinder und bieten doch so viele Möglichkeiten. Eine bestaunenswerte Pflanzenwelt werde den Schülerinnen und Schülern auf spielerische Weise nähergebracht. Dabei gibt es viele Aufgaben zu bewältigen. Das Bestimmen und Unterscheiden von Pflanzen zähle ebenso dazu wie allgemeine Aufgaben zum Begreifen und Verstehen wichtiger Bestandteile und Erscheinungsformen des Waldes.

Die Kinder sollen die Bedeutung des Waldes für die Menschen verstehen, sorgsam mit den Schätzen der Natur umgehen lernen und ihn als bereichernd erleben.

VON UTE KRUG

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