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Wahlen: Stendals Oldtimer-Verein wechselt Lenkrad

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Von: Marco Hertzfeld

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Der Oldtimer-Verein in Stendal hat sein Domizil am Nordwall.
Der Verein Nordwall Classic Garage hat seinen Sitz, wie der Name schon vermuten lässt, am Nordwall. Die Straße befindet sich nahe Rettungswache und Krankenhaus. © Marco Hertzfeld

Umbruch in Stendal: Der Verein Nordwall Classic Garage steht vor einem Einschnitt. Ein Teil des Vorstandes will nicht mehr kandidieren.

Stendal – Der Verein Nordwall Classic Garage in Stendal steht vor einem größeren Umbruch. Drei der fünf Vorstandsmitglieder wollen ihren Hut nehmen und anderen Platz machen. Vornweg ist es Michael Trösken, von Beginn an der Vorsitzende, welcher nicht mehr kandidieren möchte. „Es sollen einfach die Jüngeren ran, wobei ich natürlich nicht aus der Welt sein werde und helfen kann, wenn ich helfen soll“, sagt der 78-Jährige im AZ-Gespräch kurz vor dem Jahreswechsel. Die jährliche Hauptversammlung steht für Mitte Januar 2023 im Kalender. Zehn Jahre Vereinsleben hatten die Oldtimerfreunde Ende November gefeiert.

Trösken und Punzel kandidieren nicht

Die ehemalige Reithalle der Husaren am Nordwall hat sich zu einem Anziehungspunkt für Fans historischer Fahrzeuge entwickelt. Der Verein selbst zählt 42 Mitglieder. Maximal 30 Autos und dazu einige Motorräder lassen sich unterstellen. Wenn einige Exemplare ins Rampenlicht geschoben werden, haben dabei vielleicht 200 Leute Platz. „Für Aha-Effekte zu sorgen, ist nur eines unserer Ziele.“ Trösken, Vize Jörg Punzel und Mitstreiter vereint die Leidenschaft für Oldtimer. An der Technik schrauben alle Mitglieder daheim, mancher wohnt weiter weg im Landkreis und stellt das geliebte Vehikel so gut wie immer zu Hause unter.

Solardach-Projekt vorerst vom Tisch

Erbaut wurde das markante Objekt 1884 und diente dem Militär bis 1904, danach war es unter anderem Sporthalle. Das Gebäude gehört der Stadt, der Verein nutzt es in Erbbaupacht. Baulich sieht Trösken alles hergerichtet. Der Plan, die weitläufige Dachfläche mit Solarzellen zu versehen, scheint gestorben. „Es rechnet sich dann doch nicht wirklich, zumal Fördergelder zu weit weg sind.“ Und überhaupt: Mit dem, was ist, sei der Verein glücklich und zufrieden. „Der vorhandene Platz ist ausgereizt, wir können ja nicht anbauen.“ Momentan herrscht Winterruhe, viele Oldtimer sind amtlich abgemeldet.

Mit von der Partie ist der Verein bei einer Staffelstabübergabe im Rettungsdienst zu Silvester. Die vergangenen Monate lässt Trösken im AZ-Gespräch schon einmal kurz Revue passieren. Die Sachsen-Anhalt Classic des ADAC, Treffen und Ausfahrt im Juli, bleiben in Erinnerung, auch der Tag des offenen Denkmals im September, an dem sich der Verein wieder beteiligte. Gern hätten sich die Autofreunde auch bei einem Sachsen-Anhalt-Tag in Stendal eingebracht, doch das Landesfest wurde ja wegen Corona verschoben. Mit einer gemeinsamen Ausfahrt nach Wittenmoor am 1. Mai soll die Saison 2023 starten.

Für das neue Jahr vorgesehen ist auch der Besuch einer Ausstellung historischer Busse in der Bundeshauptstadt. „Die Berliner Verkehrsbetriebe zeigen die Prachtstücke in einem Depot. Wir wollen es im Frühjahr besuchen.“ Gefahren wird von Stendal aus zusammen mit einem Bus, einem modernen, und nicht mit mehreren historischen Autos. Trösken will sich auch 2023 in der altmärkischen Kreisstadt einbringen, der scheinbar Nimmermüde gilt als stadtgeschichtlich interessiert und mischt seit Jahren insbesondere bei den Eisenbahnfreunden mit. „Langweilig wird mir nicht“, glaubt Vereinschef Trösken, dessen Zeit nun abläuft.

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