Kreismedizinerin warnt: Schwerer Krankheitsverlauf / Impfungen noch möglich

Vorboten schwerer Grippe

Wen die Grippe erwischt, den erwischt sie richtig. Das befürchtet Gesundheitsamts-Chefin Dr. Iris Schubert. Foto: Archiv
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Wen die Grippe erwischt, den erwischt sie richtig. Das befürchtet Gesundheitsamts-Chefin Dr. Iris Schubert.
  • VonKai Hasse
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Stendal. Viren packen in diesem Jahr besonders hart zu. Das zumindest legen Zahlen nahe, die vom Gesundheitsamt des Landkreises Stendal stammen. Wenige Grippefälle gab es bisher in diesem noch kurzen Winter, aber die Hälfte der Fälle landete im Krankenhaus.

Sechs Grippefälle gab es zum Ende dieses Jahres, davon zwei Kinder, so Zahlen der Gesundheitsamts-Leiterin Dr. Iris Schubert. Sie alle waren nicht geimpft. 

Die geringe Zahl ist nicht ungewöhnlich – übers Jahr sind es etwa 400, die allermeisten erkranken in den ersten Monaten des Jahres. Ungewöhnlich ist hingegen die Härte, mit der die Influenza bisher zuschlug. Drei der sechs Erkrankten mussten ins Krankenhaus. Ein Kind musste wegen Atemnot intensivmedizinisch in Magdeburg behandelt werden. Und das bereitet Schubert Sorge. „Wer nicht geimpft ist und erkrankt – bei dem wird die Krankheit sehr schwer verlaufen“, sagt sie. Alle Erkrankten hatten zudem eine Grippeart, die verhältnismäßig leicht ansteckend ist – ein unheilvoller Vorbote auf die Fälle, die kommen könnten. Aber: Eben jene Grippeart wird durch die reguläre Grippeimpfung neutralisiert. Und selbst wenn jemand an einem anderen Grippestamm erkrankt: „Die Grippeschutzimpfung ist in jedem Fall ein Training für die Abwehrkräfte – egal an welchem Grippevirus man erkrankt ist“, so Schubert. Noch ist die Impfung möglich. Die Leiterin des Gesundheitsamts legt jedem deshalb dringend nahe, diese Gelegenheit zu ergreifen, wie die AZ bereits berichtete.

Noch eine Beobachtung von ihr, die auch derzeit in Arzt-Wartezimmern Gesprächsthema ist: Auch andere Schnupfen- oder Atemwegserkrankungen verlaufen in diesem Jahr augenscheinlich schärfer als sonst. Zwar legen Schuberts Zahlen nicht nahe, dass mehr Menschen als sonst erkranken. Aber: „Wer sich ansteckt, braucht länger, um sich auszukurieren.“

Von Kai Hasse

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