Ungewöhnliches Hobby mit Power-Drachen verlangt Stendaler Piloten enorm viel Kondition ab

Mit voller Kraft gegen den Wind

Heiko Plath hat alles im Griff: Vier Leinen an zwei Steuern.

pm Stendal. Wer zur rechten Zeit an der weitläufigen Brachfläche zwischen den Stendaler Ortsteilen Wahrburg und Uenglingen vorbeikommt, kann ausgiebig beobachten, wie ein rot-weißes, gleitschirmartiges Fluggerät in luftiger Höhe tollkühne Bewegungen vollführt.

Und wer noch etwas genauer hinschaut und sich dem Piloten hinter dem Fluggerät nähert, ist erstaunt, dass eben nicht ein Kind den Luftikus führt und mit dem Himmel spielen lässt, sondern ein gestandener Rolandstädter.

Auf dem Areal zwischen Wahrburg und Uenglingen lässt der 42-jährige seinen „Magma 4.0“ fliegen. Fotos (2): Pohlmann

Der 42-jährige Heiko Plath aus Stendal hat sich dieses außergewöhnliche Hobby ausgesucht und wie er meint, sei er wohl auch der Einzige in der Region. „Vor zirka Jahren habe ich einen Stabdrachen steigen lassen. Im Internet entdeckte ich den Power-Drachen „Elliot“ mit einer Stofffläche von vier Quadratmetern, für den ich rund 200 Euro bezahlen musste“, erzählt der Drachenlenker, während er die mit dem Schriftzug „Magma 4.0“ beschriftete Drachenfläche für den nächsten Start ordnet.

Damit der Aufstieg erfolgreich verläuft, müssen alle vier Leinen – es handelt sich um zwei grüne und zwei rote – korrekt gelegt werden. Die Leinen sind jeweils zirka 20 Meter lang. Mit dem einen Paar wird der Drachen gesteuert, während die zwei anderen als Bremsen eingesetzt werden. Nach den Vorbereitungen heißt es für den Drachenpiloten dann, je nach Windstärke und Windrichtung, einen möglichst flotten Sprint einzulegen. Schließlich soll Magma 4.0 sich ordentlich in den Wind stellen.

Nach kurzer Zeit kann das interessierte Flugvolk dann auch hautnah miterleben, was für starke Kräfte auf den Drachen und die Leinen wirken. Dann hat Heiko Plath im wahrsten Sinne alle Hände voll zu tun, um sich gegen das heftige Ziehen des Drachens zu stemmen. Der Flugkörper vollführt in einer Höhe von mehr als 25 Meter die verschiedensten interessanten Figuren, während sein Führer am Erdboden mit beiden Händen den Steuergriff packen muss, um alle vier Leinen korrekt bedienen zu können. Diese Luftarbeit ist für Plath oftmals ziemlich schweißtreibend und setzt eine stramme Kondition voraus.

„Ich wiege etwa 90 Kilogramm und trotzdem werde ich ganz schön hin- und hergezogen. Das kostet enorm Kraft. Es sollen immerhin zwischen 110 und 200 Kilogramm als Zugkräfte wirken. Diese zu beherrschen, macht aber den Reiz dieses Hobbys aus“, erklärt der Stendaler Drachenpilot die Motivation für seine „Luftlust“. Für ihn und Mitstreiter zählen aber auch physikalische Fakten. Denn mit Anströmung, Auftriebskraft und Winddruck sollten Flugfans wie Plath und Konsorten schon umgehen können.

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