Stadt hofft auf Impfstoff

Virus bringt Landesfest voran: Stendal hält an Sachsen-Anhalt-Tag fest

Stadt und Land blasen weiterhin für den Sachsen-Anhalt-Tag 2022. Bei der Kulturnacht im Mai vergangenen Jahres war die Welt noch einigermaßen in Ordnung.
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Stadt und Land blasen weiterhin für den Sachsen-Anhalt-Tag 2022. Bei der Kulturnacht im Mai vergangenen Jahres war die Welt noch einigermaßen in Ordnung.

Stendal – Im Rathaus will sich niemand den Teufel an die Wand malen lassen. Der Sachsen-Anhalt-Tag 2022 in Stendal werde weder verschoben noch gänzlich abgesagt.

Daran ändere auch Bad Dürrenberg (Saalekreis) und die Landesgartenschau (Laga) nichts, die ebenfalls für 2022 geplant war und wegen Corona nun ein Jahr später stattfinden soll.

Gegenüber der Staatskanzlei in Magdeburg seien die möglichen Konsequenzen durch das Virus für die Stendaler Großveranstaltung „natürlich auch bereits angesprochen“ worden, ist von Armin Fischbach aus der Stadtverwaltung zu hören. „Jedoch sehen derzeit weder wir noch das Land eine Veranlassung, über eine entsprechende Verschiebung nachzudenken.“

Im Rathaus vertraut man offenbar auf die Wissenschaft. „In Anbetracht des Umstandes, dass mittlerweile mehrere renommierte Institute mit der Fertigstellung eines sicheren Impfstoffes im kommenden Jahr rechnen, wäre eine Absage aktuell verfrüht“, zeigt sich der Stadtsprecher überzeugt. Und überhaupt: Als Grund für die Verschiebung der Laga in Bad Dürrenberg wird vorrangig der Verlust der Vorbereitungszeit genannt. Für die Stendaler Stadtverwaltung ist ja ein gegenseitiger Effekt eingetreten.“ Im Klartext: Das kommunale Veranstaltungsmanagement soll in den Vorbereitungen des Landesfestes bereits deutlich weiter sein, als es das ohne die Coronakrise hätte sein können.

Kein Teufelswerk. „Der Ausbruch der Coronapandemie, verbunden mit den dadurch ausgefallenen Stadtfesten, Messen und Sportveranstaltungen in diesem Jahr, hat die Planungen für den Sachsen-Anhalt-Tag 2022 beschleunigt.“ Es seien schlichtweg „Kapazitäten hinzugewonnen“ worden. Fischbach spricht von einem „fortgeschrittenen Planungsstadium“. Der Veranstaltungskalender 2020 scheint einigermaßen reif für die Tonne, nicht zuletzt wurde das traditionsreiche Rolandfest im Juni ersatzlos gestrichen. Der Sachsen-Anhalt-Tag, der viele Zehntausende Gäste in die Altmark locken sowie Renommee und Einnahmen bescheren soll, ist für den 1. bis 3. Juli 2022 geplant.

Keine zwei Jahre bleiben mehr Zeit, eine Veranstaltung wie das Landesfest braucht eine vergleichsweise intensive Vorbereitung. Da sind sich alle einig. Aktuell ist der ausgeschriebene Plakatwettbewerb beendet worden. Nun kommt die Jury zusammen und wählt den Gewinner aus. Darüber hinaus würden derzeit Bürger, regionale Firmen, Vereine und Institute „verstärkt in den Planungsprozess“ einbezogen. Zur Informationsveranstaltung für Firmen und Gewerbetreibende am 22. September dieses Jahres seien etwa 200 Einladungen verschickt worden. Auch hätten sich Interessierte von sich aus angemeldet. Nach 1997 wird die wichtigste Stadt der Altmark den Sachsen-Anhalt-Tag ein zweites Mal ausrichten. Der Slogan: „Mittelalter trifft Moderne.“

Die Zeichen stehen auf Feierlichkeiten, alles andere wird die Zeit bringen müssen. Selbst den Veranstaltungskalender für 2020 will die Stadt nicht gänzlich aufgeben. Geplant werden derzeit: Kinder- und Familienfest am 19. September, Handwerkermarkt am 3. Oktober, Stendaler Lichttage vom 15. bis 17. Oktober sowie der Cordatusempfang am 31. Oktober. Und nicht zu vergessen: der Weihnachtsmarkt. Wenn sich Bürger wie Rathaus momentan eines wünschen dürften, dann vermutlich mehr Angebote als bisher. Wie die Abstands- und Hygieneregeln jeweils aussehen werden, bleibt abzuwarten. Die nächste Landesverordnung im Coronajahr könnte bereits ein Fingerzeig sein. VON MARCO HERTZFELD 

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