Litauer wegen versuchten schweren Raubes auf Stendaler Juwelier verurteilt

Vier Jahre Haft für Überfall

Stendal. „Der Angeklagte hat die Früchte der Gewaltanwendung geerntet.“ So fasste der Vorsitzende Richter Ulrich Galler die Taten des 31-jährigen Litauers zusammen, der gemeinsam mit einer weiteren Person im August 2015 ein Juweliergeschäft am Stendaler Schadewachten überfallen haben soll.

Letztlich war die Zahl der Vorstrafen des Angeklagten ein Argument für die vierjährige Haftstrafe. „Die Rückfallgeschwindigkeit des Angeklagten ist sensationell kurz“, begründete Ulrich Galler.

Der Angeklagte und sein bislang unbekannter Mittäter sollen das Geschäft am 28. August gegen 9.45 Uhr betreten haben, woraufhin sie direkt begonnen hätten, auf den 57-jährigen Inhaber einzuschlagen. Dabei habe der Mittäter eine Schreckschusswaffe als Schlaginstrument benutzt. Auch die Gattin des Filial-Inhabers wurde bei dem morgendlichen Überfall verletzt.

Aus dem Gericht

Galler wertete positiv für den Angeklagten, dass dieser keine Waffe getragen und sich auch nicht an den Gewalttaten gegen die Inhaber beteiligt habe. „Aber Sie haben sich auch nicht von der Tat distanziert, sondern diese weiter fortgeführt“, so der Vorsitzende Richter nach der Urteilsverkündung. Der aus Litauen stammende Beschuldigte hat bereits sieben Vorstrafen und musste knapp zehn Jahre im litauischen Gefängnis absitzen, größtenteils wegen Diebstahldelikten. Staatsanwältin Ramona Schlüter hatte in ihrem Plädoyer sechs Jahre Haft gefordert. Der Verteidiger des Litauers plädierte auf zwei Jahre und zehn Monate. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Von Mike Höpfner

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