AZ-Umfrage zum Wahlausgang / Flüchtlingsfrage und Rententhema bewegen die Rolandstädter

„Es gab viele Protestwähler“

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Angela Merkel 2013 bei ihrem Besuch in Stendal. Vielen Rolandstädtern brennt heute die Flüchtlingsfrage unter den Nägeln. Auch Altersarmut, Rentenangleichung und das Bildungssystem sind Themen, die die Stendaler bewegen. 

Stendal. Die Würfel sind gefallen oder – wie man im Falle der Bundestagswahl sagen kann – die Kreuze sind gesetzt. Auch wenn die CDU/CSU Wählerstimmen einbüßen musste, hat die Union die Wahl gewonnen und Angela Merkel wird eine weitere Legislaturperiode Kanzlerin sein.

Das löst Freude bei denjenigen aus, die zu diesem Wahlergebnis beigetragen haben, und Unverständnis bei vielen anderen. Auch daran, dass die AfD in den Bundestag einzieht, scheiden sich die Geister. Die AZ hat sich in Stendal umgehört, wie die Menschen das Wahlergebnis bewerten. Außerdem ging es darum, um welche Themen sich die Politiker aus Sicht der Stendaler dringend kümmern sollten und welche Entwicklung sie erwarten.

Von Charlotta Spöring


Die Aussagen der Befragten:

„Ich bin nicht zufrieden mit Merkels Wiederwahl. Es macht mich wütend, wenn ich sehe, welche Versprechen die Parteien vor jeder Wahl machen. Da wird nur gelogen. Außerdem finde ich, es sollte eine Obergrenze dafür geben, wie viele Flüchtlinge wir aufnehmen. Während wir arbeiten und Steuern zahlen, bekommen die Flüchtlinge so vieles einfach geschenkt, das finde ich unfair.“
- Ines Uecker (53, aus Stendal)

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„Ich bin Merkel sehr dankbar dafür, dass sie sich so für Flüchtlinge eingesetzt hat. Ich kann aber nicht verstehen, warum Deutschland so viele Flüchtlinge aufnehmen muss, während andere Länder dazu nicht bereit sind. Zu viele Flüchtlinge schaden der Wirtschaft, ist meine Meinung. Ich finde dennoch, dass die Kanzlerin sehr gute Arbeit leistet und zu Recht wiedergewählt wurde.“
- Mohammad Nezif Celik (35, aus Magdeburg)

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„In meinen Augen ist das Wahlergebnis Ausdruck dafür, dass in den letzten zwei Legislaturperioden so einiges schiefgelaufen ist. Wichtige Themen sind definitiv die Ausländerfrage, die drohende Kinder- und Altersarmut, Renten und das Bildungssystem. Vor allem wünsche ich mir eine Angleichung des Einkommens zwischen West und Ost. Merkel tut nicht genug, damit es allen in Deutschland gut geht.“
- Uwe Lehmann (59, aus Tangermünde) 

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„Ich bin mit dem Wahlergebnis nicht zufrieden. Kanzlerin Angela Merkel hätte nach meiner Ansicht nicht wiedergewählt werden sollen. Sie setzt sich für Menschen aus anderen Ländern ein, während die deutschen Bürgerinnen und Bürger auf der Strecke bleiben. Das ist zumindest meine Meinung. Wenn wir mal echte Probleme haben, ist in der großen Politik keiner für uns da.“
- Cindy Hallmann (33, aus Stendal)

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„Es gab viele Protestwähler. Leute, die sich kaum für Politik interessieren, lassen sich oft von Parteien überzeugen, die mit Beleidigungen und krassen Aussagen um Wähler buhlen. Dazu gehört die AfD ganz bestimmt. Durch den Einzug der AfD in den Bundestag wird unser Land an Ansehen verlieren. Die Union macht sich gegenüber Grünen und FDP erpressbar, um die Koalition bilden zu können.“
- Ekkehard Schulz (75, aus Stendal)

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